Drin, aber stumm: Rheinland-pfälzische Polizei startet Facebook-Fanseite

Drin, aber stumm: Rheinland-pfälzische Polizei startet Facebook-Fanseite

Die Polizei in Rheinland-Pfalz ist seit Dienstagabend auch aufn Facebook vertreten. Und das sogar mit zwei Auftritten. Während ein Portal Informationen rund um die Polizei gibt, ist das andere direkt auf mögliche Interessenten am Polizeiberuf aus gerichtet. Antworten auf Fragen gibt es bei Facebook allerdings nicht.

" Polizei Rheinland-Pfalz " und " Polizei Rheinland-Pfalz Karriere " - so heißen die beiden Fan-Seiten, die die Polizei am Dienstagabend offiziell auf dem sozialen Netzwerk Facebook gestartet hat. Während sich das eine Portal speziell an junge Menschen richtet, die Interesse am Polizeiberuf haben, richtet sich das andere an die Allgemeinheit. "Damit trägt die Polizei der rasanten Entwicklung der so genannten neuen Medien Rechnung und erhöht ihre Chancen, noch besser gerade auf junge Menschen einzugehen".

Wie schon die Seiten der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei sind aber auch die neuen Seiten der Polizei auf Facebook eine Kommunikations-Einbahnstraße. So weißt nicht nur das Titelbild in großen Lettern darauf hin, dass im Notfall die Nummer 110 zu wählen sei. Ein Dialog mit den Nutzern findet auf Facebook nicht statt, dafür stünden nach wie vor "die herkömmlichen Wege zur Verfügung".

Allerdings dürfte dahinter nicht der Unwillen der Polizei stehen, mit den Nutzern auf Facebook zu kommunizieren. Schließlich hat die Polizei ja grundsätzlich erkannt, wie wichtig Medien wie Facebook inzwischen sind. Vielmehr dürfte dahinter das vom Landesdatenschutzbeauftragten Edgar Wagner schon gegen die Staatskanzlei in Mainz verhängte Rückkanal-Verbot dahinter stecken . So verweist die Polizei in einer Mitteilung auch darauf, dass die Fan-Seiten den Vorgaben und definierten Standards des obersten Datenschützers im Land entsprächen.

Wagner hatte allen öffentlichen Stellen in Rheinland-Pfalz Rahmenbedingungen für Facebook-Seiten auferlegt und damit begründet, dass Facebook gegen das Telemediengesetz verstoße. Es fehle eine Widerspruchsmöglichkeit, Nutzer würden nicht genug informiert, die Profile nicht direkt gelöscht. Deshalb soll Facebook nur eine Brücke zu sichereren Internet-Seiten der Stellen sein. "Wir wollen ja die Nutzer nicht entmündigen oder vertreiben", hatte Wagner seinerzeit gesagt. "Wir wollen aber deutlich machen, dass man das nicht einfach so laufen lassen kann."

Auch ihren eigenen Internetseiten unter polizei.rlp.de hat die rheinland-pfälzische Landespolizei überarbeitet. Auffälligste Änderung ist dabei die Farbe. Wie schon Uniformen und Autos erscheinen auch die Internetseiten nicht mehr im klassischen Grün, sondern in blau. Bei der Gestaltung sei auf ein kontrastreiches Design geachtet worden, die Schriftgröße lasse sich nun per Mausklick ändern. Zudem seien die örtlichen Polizeidienststellen besser auffindbar.

Unterdessen berichtet die Rhein-Zeitung , dass die Staatskanzlei Ärger wegen einer Werbekampagne für ihre Facebookseiten hat. 1000 Euro sollen die Mainzer an Facebook gezahlt haben, um ihre Facebook-Fan-Seite ohne Rückkanal bekannter zu machen.

Mit Material von dpa.

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