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Dürre, Hitze, Waldbrandgefahr: Die Natur sehnt sich nach Wasser

Dürre, Hitze, Waldbrandgefahr: Die Natur sehnt sich nach Wasser

Mediziner raten: Im Kühlen bleiben und viel trinken. Landregen ist weiter nicht in Sicht. Für die Region Trier gilt die zweithöchste Waldbrand-Alarmstufe.

Von Hitze geplagte Kühe suchen auf gelben Weiden vergeblich nach saftigem Gras. Die Böden sind tiefgründig ausgetrocknet, viele Flüsse führen so wenig Wasser, als läge ein heißer Sommer bereits hinter ihnen und die Waldbrandgefahr ist groß.

Schon seit Wochen herrscht in der Region Trier eine außergewöhnliche Dürre, wie es sie statistisch nur alle 30 Jahre gibt. Nun verschärft eine Hitzewelle die Lage weiter.

Bei Temperaturen über 30 Grad bleibt es nach Vorhersage von TV-Wetterexperte Dominik Jung trocken. Landregen sei weit und breit keiner in Sicht. "Es wird immer schlimmer", sagt er. Wenn es überhaupt regnet, dann sturzartig bei örtlichen Gewittern.

Aus medizinischer Sicht sind Hitzewellen höchst bedenklich: Der zunächst für sein Schwimmbadwetter gefeierte Rekordsommer 2003 erwies sich als eine der schwersten Naturkatastrophen, die es in Europa jemals gab. Erste Schätzungen gingen von 23.000 Todesopfern aus. Eine neuere Studie zeigt, dass europaweit wohl mehr als 70.000 Menschen an der Hitze starben, 7000 in Deutschland, wo die Region Trier zu den am stärksten betroffenen Gebieten zählte.

Mediziner wie Dr. Thomas Biundo, Leitender Arzt der geriatrischen Klinik St. Irminen in Trier, raten dringend, zu überlegen, ob man sich der Hitze aussetzen muss. Wohnungen sollte man früh morgens lüften und dann abdunkeln. Insbesondere ältere Menschen müssten darauf achten, genug zu trinken.

Mit Sorge beobachten auch Bauern, Förster und Gärtner das Wetter. "Die Situation ist für Mensch und Tier dramatisch", sagt Manfred Zelder vom Bauern- und Winzerverband Bernkastel-Wittlich. Vielen Kühen müsse man Futter zur Weide bringen, weil sie dort nicht genug fänden - oder man lässt die hitzeempfindlichen Tiere gleich im Stall. Das Getreide sei mit zu kleinen Körnern frühzeitig gereift, sodass nun wohl schon Ende Juni die ersten Mähdrescher rollen. "Das habe ich hier noch nicht erlebt", sagt Zelder.

Auch der Wald bietet Anlass zur Sorge: Wegen der Trockenheit wurde für die Region Trier die zweithöchste Waldbrand-Alarmstufe ausgerufen. Besonders gefährdet sind reine Nadelholzbestände und stark besuchte Wälder. Das Trierer Forstamt ruft daher zur Vorsicht auf: kein Feuer machen, nur dort parken, wo es erlaubt ist, Zufahrten freihalten!

Während viele junge und frisch gepflanzte Bäume eingehen, und ältere kaum wachsen, fühlt sich der Borkenkäfer pudelwohl. "Wir müssen hellwach sein", sagt der Saarburger Forstamtsleiter Helmut Lieser. Denn falls Bäume befallen sind, müssten diese so schnell wie möglich gefällt und aus dem Wald entfernt werden.

Auch Gärtner müssen auf Trab sein, wenn ihre Pflanzen überleben sollen. So mancher, der nicht nur gießt, sondern auch den Rasen sprengt, handelt sich derzeit allerdings empörte Blicke von Nachbarn ein, die fürchten, dass das Trinkwasser knapp werden könnte.

Dies ist zum Glück meist nicht der Fall. "Tiefengrundwasser ist ein langfristiger Speicher auf den die aktuelle Trockenheit noch keine Auswirkungen hat", sagt Carsten Grasmück, Sprecher der Stadtwerke Trier, die ihr Wasser überwiegend aus Tiefbrunnen fördern, seit der Pegel der Riveristalsperre stark gesunken ist.

Nur ein Problemfall ist regionweit bekannt: So müssen die Bürger im Dörfchen Karl (Verbandsgemeinde Wittlich-Land) sparsam sein, weil ihre Quellen versiegen. Waldbrandgefahr: Am Donnerstag im Hunsrück und um Trier auf höchster Stufe


Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge gibt es am Mittwoch bei Mainz und am Donnerstag mehrere Gebiete mit der höchsten Waldbrandwarnstufe, etwa im Hunsrück (Deuselbach, Idar-Oberstein), in der Pfalz, um Trier und um Saarlouis. In allen anderen Gebieten wird die zweithöchste Warnstufe erreicht. Mehr zum Thema

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