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Ecclestone zum Nürburgring: Verstehe die Aufregung nicht

Ecclestone zum Nürburgring: Verstehe die Aufregung nicht

Für Bernie Ecclestone hat die Formel 1 am Nürburgring noch eine Zukunft. Das macht der 81-jährige Rennsport-Guru im Gespräch mit der Rhein-Zeitung deutlich.

London. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gibt sich im Interview zuversichtlich, dass in der Eifel die Grand-Prix-Lichter nicht ausgehen werden. Mit Ecclestone sprach unser Mitarbeiter Markus Kratzer.
Viele machen sich Gedanken über die Zukunft des Formel-1-Rennens, nachdem die Landesregierung den Pachtvertrag mit den privaten Ringbetreibern gekündigt hat. Glauben Sie persönlich an weitere Formel-1-Rennen in der Eifel?
Ecclestone: Schauen Sie, am Nürburgring gibt es ja bereits seit mehreren Jahren Probleme. Ich weiß im Augenblick gar nicht, welcher Art die neuen Schwierigkeiten sind.

Nun, es geht um einen Pachtstreit, der in eine juristische Auseinandersetzung münden könnte. Die Landesregierung sucht jetzt erst einmal einen neuen Betreiber.
Ecclestone: Aber das würde das Problem ja lösen. Ich verstehe da die Aufregung nicht. Wenn jemand einen Vertrag nicht einhält, ist es ja nur normal, wenn die andere Seite diesen Vertrag dann kündigt. Das ist Alltag.

Die Landesregierung ist skeptisch, ob 2013 überhaupt ein Rennen am Ring stattfinden kann ...
Ecclestone: Warum denn nicht? Wenn sie doch einen neuen Vertragspartner findet, der sich bereiterklärt, das Rennen durchzuführen, bin ich gern dazu bereit, einen neuen Vertrag zu unterzeichnen.

Aber mit Ihnen hat noch niemand gesprochen, oder?
Ecclestone: Nein, bislang nicht.

Also gibt es auch noch keinen Zeitplan für Gespräche?
Ecclestone: Nein. Ich würde mir wünschen, dass irgendjemand die Hand hebt und sagt, dass er das Rennen am Nürburgring umsetzt - dann würden wir uns schon einig werden.

Ist denn der deutsche Markt für Sie und für die Formel 1 so wichtig, dass ein jährliches Rennen in Deutschland unverzichtbar ist?
Ecclestone: Natürlich gibt es nichts auf der Welt, was unverzichtbar ist, auch kein Land als Austragungsort für ein Formel-1-Rennen. Aber dennoch hat die Formel 1 in Deutschland eine so lange Tradition, dass wir hoffen, diese Tradition auch fortsetzen zu können.

An Ihnen wird das nicht scheitern?
Ecclestone: Nein. Alles, was die Verantwortlichen erreichen müssen, ist, einen neuen Betreiber zu finden, und dann werden wir auch einen neuen Vertrag unterzeichnen.

Sie warten also auf ein Signal ...
Ecclestone: Ja sicher. Ich habe nur erfahren, dass ein Minister für den Ring zuständig ist. Doch bislang habe ich noch nichts von ihm gehört.

Er wird sich sicher bald bei Ihnen melden ...
Ecclestone: Sehr gern. Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir zu einem neuen Vertrag kommen. Ebenso, wie ich mich freuen würde, wenn Deutschland sein jährliches Formel-1-Rennen behält. Was keiner will, auch ich nicht, ist, Deutschland aus dem Rennkalender zu streichen. Was wir möglich machen können, werden wir auch möglich machen.