Ehemalige Staatssekretäre treten neue Jobs an

Ehemalige Staatssekretäre treten neue Jobs an

MAINZ. (win) Neue Jobs für Ex-Staatssekretäre: Der frühere Wirtschafts-Staatssekretär Walter Strutz (FDP) übernimmt den Chef-Posten beim Osteuropazentrum am Flughafen Hahn. Roland Härtel (SPD), Ex-Wissenschafts-Staatsekretär, ist vom Kabinett mit dem Amt eines Spendeneinwerbers für Landesstiftungen betraut worden.

Strutz wird am heutigen 1. September Nachfolger von Gregor Weiner als des Geschäftsführer beim Mittel- und Osteuropazentrum und soll die Wirtschaftsbeziehungen des Landes in diese Regionen fördern.Umwandlung in eine GmbH

Gleichzeitig mit dem Wechsel an der Spitze wird das Zentrum, das bisher dem Wirtschaftsministerium angegliedert war, in eine GmbH umgewandelt. Die Gesellschafter-Anteile halten je zur Hälfte das Land und die landeseigene Investitions- und Strukturbank ISB.

Vom Flughafen Hahn aus gibt es mehrere Flugverbindungen in die baltischen Staaten, nach Polen und Südosteuropa.

Strutz war nach dem Wahlsieg der SPD und dem Ende der sozialliberalen Koalition aus dem Amt geschieden, obwohl Ministerpräsident Kurt Beck dem 58-jährigen Liberalen ein Verbleiben auf dem Staatssekretärsposten angeboten hatte.

Der 61-jährige gelernte Diplom-Volkswirt Roland Härtel, der bei der Regierungsneubildung nach 15 Jahren als Staatssekretär leer ausging, soll laut Beck "wichtige Aufgaben" für das Land übernehmen. Nachdem der SPD-Mann aus Speyer bereits Sitze in den Aufsichtsgremien des Nürburgrings und der Landesbank erhalten hatte, beschloss das Kabinett in dieser Woche, ihm die Spendeneinwerbung für Landesstiftungen zu übertragen. So soll Härtel für die drei Stiftungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, für Kultur und für Innovation vor allem bei Wirtschaftsbetrieben als Geldsammler aktiv werden.

Die Arbeit wird nach Angaben von Regierungssprecher Walter Schumacher von den Stiftungen erfolgsabhängig honoriert. Eine Bezahlung durch das Land erfolge nicht. Der ehemalige Staatssekretär erhält jedoch einmalig 7000 Euro zum Kauf von Büromöbeln, und das Land zahlt eine Halbtagskraft zur Sachbearbeitung. Die CDU sieht gleichwohl eine "Versorgung verdienter Genossen". Für den Parlamentarischen Geschäftsführer Hans-Josef Bracht drängt sich der Eindruck auf, "dass einem hoch bezahlten Pensionär im Hinblick auf seinen nicht ganz freiwilligen Abschied neue Pfründe zugeschoben werden sollen".