Landwirtschaft Blauzungenkrankheit in der Eifel bestätigt: Rheinland-Pfalz ist jetzt Sperrgebiet

Bitburg · Jahrelang blieb Rheinland-Pfalz von schweren Tierseuchen verschont. Nun wurde im Eifelkreis Bitburg-Prüm die Blauzungenkrankheit nachgewiesen. Das ganze Land wird Sperrgebiet. Welche Folgen hat das?

In der Eifel gibt es einen bestätigten Fall der Blauzungenkrankheit.

In der Eifel gibt es einen bestätigten Fall der Blauzungenkrankheit.

Foto: dpa/Ralf Roeger

Bei einem Rind aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Blauzungenkrankheit nachgewiesen worden. Dies habe das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt, teilte das Landesuntersuchungsamt (LUA) am Montag mit. Es ist der erste Fall seit mehr als drei Jahren.

Die Blauzungenkrankheit wird von Stechmücken auf Wiederkäuer übertragen. „Für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr“, betont das LUA. Auch Fleisch- und Milchprodukte infizierter Tiere seien für den Menschen kein Risiko.

Betroffene Tiere zeigten Symptome wie Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Schwellung des Kopfes, der Zunge und Lippen sowie Rötungen und Schwellungen von Schleimhäuten. Bei schweren Verläufen können Tiere sterben.

Blauzungenkrankheit: Rheinland-Pfalz wird Sperrgebiet

Für Landwirte hat die Seuche erhebliche Folgen. „Wir sind jetzt Sperrgebiet, werden sanktioniert und das kann sich über Jahre hinziehen“, sagt Manfred Zelder, Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau. Neben den massiven gesundheitlichen Problemen, die die Krankheit den Tieren bereitet, fürchtet Zelder auch wirtschaftliche Einbußen. Tiere aus einem Seuchengebiet seien unter Umständen weniger Wert.

Rinder, Schafe oder Ziegen dürfen nur noch unter Auflagen exportiert werden. Ohne Einschränkungen dürfen rheinland-pfälzische Wiederkäuer nun nur noch in andere Sperrgebiete gebracht werden. Zu diesen zählen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, die den „Freiheitsstatus“ bereits Ende letzten Jahres verloren haben.

Das Landesuntersuchungsamt bittet Tierhalter, ihre Tiere sorgfältig zu beobachten und Krankheitssymptome umgehend dem zuständigen Veterinäramt zu melden.

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