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Eifeler SPD sortiert Bundestagsbewerber: Ausschreibungsfrist läuft heute aus

Eifeler SPD sortiert Bundestagsbewerber: Ausschreibungsfrist läuft heute aus

Heute endet die ungewöhnliche Kandidatensuche der Bitburg-Prümer SPD: Nach TV-Informationen haben sich auf die öffentliche Ausschreibung über 80 Bewerber gemeldet, die für den Bundestag kandidieren wollen. Übers Wochenende sollen die Bewerbungen sortiert werden.

Der Bitburg-Prümer SPD-Vorsitzende Nico Steinbach macht etwas für einen Politiker Ungewöhnliches: Er schweigt. Erst am Montagmittag will sich der 32-jährige Landtagsabgeordnete öffentlich zu den Ergebnissen der von ihm initiierten Kandidatensuche äußern.

Dabei will natürlich alle Welt wissen, was denn nun bei dieser ungewöhnlichen Suche nach einem geeigneten Bundestagskandidaten herausgekommen ist.

Drei Monate hatten Interessenten Zeit, ihre Online-Bewerbung beim SPD-Vorsitzenden Nico Steinbach einzureichen. Heute Abend um 24 Uhr läuft die Bewerbungsfrist ab. Nach Informationen unserer Zeitung haben sich über 80 Frauen und Männer bei Steinbach gemeldet.

Die Hürden lagen nicht besonders hoch. "Du bist motiviert, aufgeschlossen und politisch interessiert?", hieß es auszugsweise in der Ausschreibung, "dann bewirb dich." Eine Mitgliedschaft in der SPD wurde nicht vorausgesetzt; lediglich mit den Werten der Partei sollte sich der Kandidat identifizieren.

Dass unter den Bewerbern auch solche sind, deren Chancen nicht besonders hoch sind oder die sich nur einen Jux erlauben wollten, liegt auf der Hand. So hat etwa auch RPR-Morningshow-Moderator Andreas Kunze seinen Hut mit den Worten in den Ring geworfen: "Politik finde ich spannend. Und ich bin jetzt in einem Alter, wo ich überlege, mal etwas anderes zu machen."

Ob das reicht, um von der Bitburg-Prümer SPD als Bundestagskandidat für die Wahl in einem Jahr nominiert zu werden, darf bezweifelt werden.

Wie am Mittwoch aus Parteikreisen verlautete, sollen die eingegangenen Bewerbungen übers Wochenende vom geschäftsführenden Vorstand gesichtet und sortiert werden. Mit den übriggebliebenen Kandidaten würden dann Gespräche geführt, ist zu hören, womöglich soll sogar eine Art Assessment-Center folgen.

Läuft alles glatt, bleibt am Ende ein Kandidat übrig, der für die Bitburg-Prümer SPD bei der Wahlkreiskonferenz Ende November ins Rennen geht. Nur wenn er auch dort gewählt wird, rückt das Abgeordnetenmandat ein Stück näher - und ist doch noch weit entfernt.

Der Wahlkreis Bitburg umfasst neben dem Eifelkreis Bitburg-Prüm den Vulkaneifelkreis und Teile des Kreises Bernkastel-Wittlich. Für die SPD kandidierte bei der letzten Bundestagswahl Vulkaneifelkreis-Fraktionschef Jens Jenssen. Gegen den Eifeler CDU-Mann Patrick Schnieder war Jenssen allerdings chancenlos, unterlag im Kampf um das Direktmandat mit 26 zu 56 Prozent. Auch bei den Wahlen zuvor ging der Wahlkreis immer an die CDU. Keine wirklich guten Aussichten für den neuen SPD-Kandidaten.