Eifeler Wind wird angezapft

HECKHUSCHEID/KESFELD. Bald werden sich in der Eifel noch mehr Windräder drehen. Ein Pinneberger Unternehmen will nahe der Luxemburger Grenze bei Heckhuscheid vier Windparks mit insgesamt 13 leistungsstarken Turbinen bauen.

Die Eifel wird langsam, aber sicher zum Windkraft-Mekka. Während in einigen Orten noch über die umstrittenen Rotoren gestritten wird, sollen in Kesfeld und Heckhuscheid, Habscheid und Üttfeld (Kreis Bitburg-Prüm) große Windparks entstehen. Insgesamt 13 Turbinen sollen nahe der Luxemburger Grenze aus dem Eifeler Wind Energie machen. Gebaut werden sie von dem Pinneberger Planungsbüro Enxco, das sich weltweit auf Windprojekte spezialisiert hat. Erstes Projekt in der Region

Das 1985 gegründete Unternehmen ist eine Tochter der französischen Siif Energies, die wiederum zum staatlichen französischen Energiekonzern EDF gehört. Eigenen Angaben zufolge verwaltet Enxco derzeit weltweit mehr als 4400 Windturbinen mit einer Leistung von über 750 Megawatt. Außerdem ist das norddeutsche Unternehmen Eigentümer oder zumindest Miteigentümer von mehr als 1300 Turbinen mit einer Kapazität von über 200 Megawatt. Bislang ist Enxco in der Region noch nicht in Erscheinung getreten. Die Windparks an der luxemburgischen Grenze sind die ersten Projekte des Planungsbüros in der Eifel. Die in Heckhuscheid und Kaesfeld geplanten Anlagen sollen zwischen 1,3 und 2,3 Megawatt haben. Gesamtleistung des nach Angaben von Enxco größten Windparks in Rheinland-Pfalz: 28 Megawatt. Noch im November sollen die Turbinen aufgestellt werden, und im Dezember sollen die Anlagen in Betrieb gehen. Gebaut werden sie von der Siemens-Tochter Power Generation (PG). Bis Ende des Jahres will das Erlanger Unternehmen die Turbinen liefern. Wie PG auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, umfasst der Auftrag nicht nur die Lieferung der elf Turbinen, sondern auch deren Wartung in den nächsten zwei Jahren. Siemens Power Generation hat 2004 einen Umsatz von rund 7,5 Milliarden Euro erzielt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 30 900 Mitarbeiter. Neben dem Großauftrag für die Eifel verkaufte die Siemens-Tochter vergangene Wochen noch 14 weitere Turbinen für ein Projekt auf der griechischen Insel Kreta. Weit über 100 Windkraftanlagen gibt es bereits allein im Kreis Bitburg-Prüm. Vielen Bürgern ist die "Verspargelung" der Landschaft ein Dorn im Auge. Vor allem im Altkreis Prüm gibt es bereits zahlreiche der Anlagen.