Eifeler Wolfgang Ferner neuer Landeschef der Linken

Wolfgang Ferner aus Rommersheim steht der Linken in Rheinland-Pfalz vor. Der 58-jährige Rechtsanwalt, Ex-Direktkandidat in Bitburg-Prüm für die Landtagswahl, wurde am Wochenende beim Landesparteitag in Saarburg nach stundenlangen Personaldebatten ebenso wie Elke Theisinger-Hinkel an die Spitze der Partei gewählt.

 Wolfgang Ferner. Foto: privat

Wolfgang Ferner. Foto: privat

Saarburg. (fcg) In den vergangenen Monaten haben die rheinland-pfälzischen Linken vor allem mit Streit auf sich aufmerksam gemacht. Interne Sträuße sind etwa in den Stadträten Trier und Ludwigshafen sowie auf Landesebene ausgefochten worden. Jüngstes Opfer: Kathrin Senger-Schäfer, bislang Landeschefin. Ihr Appell an die etwa 220 Delegierten, sie im Amt zu bestätigen und damit wenige Monate vor der Landtagswahl Kontinuität zu wahren, verhallt. Nur 88 Stimmen erhält sie, Konkurrentin Theisinger-Hinkel hingegen 106. Für Wolfgang Ferner votieren 104 Delegierte, er hängt immerhin vier Gegenkandidaten ab.

Den meisten Linken hängen die Querelen offenbar zum Hals heraus. "Der neue Vorstand muss uns einig in die Wahl führen", sagt die Trierer Bundestagsabgeordnete Katrin Werner. IG-Metall-Funktionär Horst Schmitthenner formuliert es schärfer: "Wir geben ein miserables Bild ab. Das treibt die Menschen von uns weg." In Saarburg wird deutlich, dass sich die Partei noch im Selbstfindungsprozess befindet. Personell, organisatorisch, inhaltlich. Bis das Ergebnis der Vorstandswahl feststeht, vergehen fast zwölf Stunden des Diskutierens und Ringens über Anträge zur Geschäftsordnung, zu Satzungsänderungen und anderem. "Wir diskutieren wenigstens noch Sachen aus", sagt die stellvertretende Bitburg-Prümer Kreisvorsitzende Dagmar Gaßen nicht ohne Stolz. Die Daunerin Helene von Kolontay erzählt am Rande von einem 103 Seiten starken Finanzbericht, der einige Fragen aufwerfe. Es fehlten zum Beispiel wichtige Buchungsbelege oder Rechnungen.

Im Saal hängen Protestplakate gegen die Rente mit 67, gegen Hartz IV, gegen Krisengewinner, gegen Zwei-Klassen-Medizin, gegen den Krieg in Afghanistan. Draußen raucht derweil ein Genosse eine Zigarette und zeigt einer jungen Kollegin eindringlich auf, Protest allein reiche nicht aus. "Wir müssen klar machen, wofür wir stehen, und konkrete Maßnahmen entwickeln", sagt er. In zwei Monaten wollen die Linken ein Wahlprogramm vorlegen. Ein Bestandteil wird wohl das Anprangern der "katastrophalen Bildungspolitik der Landesregierung" (Katrin Werner) sein. Auch der Nürburgring, der Hochmoselübergang und der Flughafen Hahn sollen Themen sein. Spitzenkandidatin Krauth fordert in Saarburg ein eingliedriges Schulsystem und die Abschaffung der "verfehlten" Realschule plus.

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