Ein ehemaliger Geheimagent bringt die Landes-CDU ins Stolpern

Ein ehemaliger Geheimagent bringt die Landes-CDU ins Stolpern

Es kam nur durch Zufall ans Licht: Der im Kreis Cochem-Zell lebende Ex-Geheimagent Werner Mauss hat über Jahrzehnte hinweg an die CDU gespendet - unter einem Decknamen, wie es sich für Agenten gehört. Deshalb hat die CDU nun eine neue Spendenaffäre.

Cochem. "Gestatten, mein Name ist Nelson, Richard Nelson!" - So oder zumindest so ähnlich könnte sich Werner Mauss in der Vergangenheit seinen Gesprächspartnern vorgestellt haben. Und unter diesem Namen spendete der heute 76-Jährige auch mehrfach an die Christdemokraten. Die Cochem-Zeller CDU soll so im Laufe der Jahre an die 107 000 Euro bekommen haben, der CDU-Landesverband 18 500 Euro.
Da Parteien Spenden nur annehmen dürfen, wenn ihnen der wirkliche Spender bekannt ist, hat die CDU nun eine neue Spendenaffäre. Die Sache wäre wohl nie ans Licht gekommen, müsste sich Werner Mauss nicht seit einiger Zeit wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft ihm vor, mit Tarn identitäten ein Geflecht aus Stiftungen aufgebaut zu haben, ohne die Kapitalerträge zu versteuern. Es geht um Millionenbeträge. Dem "Pionier gegen das Verbrechen" (Mauss über Mauss) droht eine Gefängnisstrafe, sollte er am Ende verurteilt werden. Und was droht der CDU? An einer saftigen Geldstrafe führt wohl kein Weg vorbei. Der langjährige Landesschatzmeister Peter Bleser hat bereits die Konsequenzen gezogen und ist nicht mehr angetreten. Der Imageschaden für die Partei ist enorm. Statt die schwer in Tritt gekommene Ampel weiter vor sich herzutreiben, steht die Klöckner-Truppe plötzlich selbst in der Defensive - dank Richard Nelson oder wie immer sich Mauss auch nennen mag.
Rolf Seydewitz