Ein engagierter Direktor kämpft...

Ein engagierter Direktor kämpft...

...gegen den Unterrichtsausfall an seiner Gesamtschule: Seit Beginn des Schuljahres fehlen an der Gesamtschule Salmtal (Bernkastel-Wittlich) Lehrer - und Unterricht fällt aus. Nur durch Vertretungslehrer kann die Unterrichtsversorgung gewährleistet werden.

Trier/Salmtal. Nach den Herbstferien schlug Peter Riedel Alarm. Die Unterrichtsversorgung in diesem Schuljahr sei "nicht optimal", verkündete der Leiter der Integrierten Gesamtschule (IGS) Salmtal in einem Elternbrief. Man habe ein "strukturelles Defizit", teilte Riedel mit und erklärte, wie es zu dem quasi eingeplanten Stundenausfall gekommen ist: Es fehlten von Beginn des Schuljahres an "eine bestimmte Anzahl an Lehrerwochenstunden, die man bei besserer Bewerberlage von der Schulbehörde zugeteilt bekommen hätte." Weitere Lücken seien gerissen worden durch Mutterschutz und Elternzeit und durch langfristige Erkrankungen.
Mit einem Teilzeit-Vertretungslehrer habe zumindest ein kleiner Teil der Lücke geschlossen werden können, hieß es in dem Brief. Mit anderen Worten: Ein Teil der ansonsten ausgefallenen Stunden konnte gehalten werden. Es sei gelungen, "die Unterrichtsversorgung in allen Klassen sicherzustellen". Trotzdem sei eine "Stundenplananpassung" unvermeidlich. Konkret bedeutete das für die Schüler der fünften Klassen: Der Unterricht in Naturwissenschaften wurde von vier auf zwei Stunden pro Woche gekürzt. Stattdessen bekommen die Schüler Förderunterricht in Deutsch, Englisch oder Mathe. In zwei Fünften fällt Religion aus.
Riedel geht davon aus, dass im zweiten Halbjahr die "Unterrichtsmängel" beseitigt sind, wie der Schulleiter gegenüber unserer Zeitung sagt. Anfang des Schuljahres habe es in der Tat eine Unterversorgung gegeben. Diese habe dazu geführt, dass ein Lehrer das habe leisten müssen, was in der Regel zwei Lehrer leisten sollen. Hintergrund ist das besondere pädagogische Konzept einer Gesamtschule. So bekomme eine IGS ohnehin eine höhere Zahl von Lehrerwochenstunden zugewiesen - wegen der im Vergleich zu vielen anderen weiterführenden Schulen größeren Klassen von je 30 Schülern. Und weil das Gesamtschulkonzept eine besondere Förderung der Schüler vorsieht.
Riedel spricht von Begabungsbreite - "vom Förderschüler zum künftigen Abiturienten". Um diese Differenzierung zu leisten, sollen in einer Gesamtschule jeweils immer zwei Lehrer gleichzeitig unterrichten. "Das war zu Beginn des Schuljahres nicht gegeben, so dass eine Lehrkraft zeitweise in puncto Differenzierung das leisten musste, was ansonsten zwei tun", erklärt der Schulleiter. Mittlerweile seien einige der fehlenden Lehrer durch Vertreter ersetzt worden, so dass es keine Unterversorgung mehr gebe.
Allerdings unterrichteten die dann von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier zugewiesenen Vertretungslehrer nicht die notwendigen Fächer. Das führe eben dazu, dass in den fünften Klassen der Naturwissenschaftsunterricht habe gekürzt werden müssen und in zwei Klassen kein Religion unterrichtet werden könne. Es falle aber keine Unterrichtsstunde aus, betont Riedel. Seine Schule sei "von der Anzahl der vorgesehenen Lehrerwochenstunden voll versorgt", auch die vorgesehenen Doppelbesetzungen in den Klassen und Differenzierungen könnten erfolgen. Eine langfristige Personalplanung allerdings sei mit Vertretungsverträgen schwierig, sagt Riedel.