Ein Lichtblick und viele offene Fragen

Ein Lichtblick und viele offene Fragen

TRIER. Die Hängepartie um das alte Trierer Polizeipräsidium in der Südallee geht weiter: Der mysteriöse Krankheitserreger ist immer noch nicht gefunden, eine Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes steht aus. Einziger Lichtblick: Den evakuierten Mitarbeitern geht’s besser.

Die gute Nachricht vorweg: Seit ein Teil der rund 300 Mitarbeiter im alten Trierer Polizeipräsidium Mitte des Jahres in ein eigens angemietetes Ausweichquartier in der Güterstraße gezogen ist, geht es den Kripo-Leuten deutlich besser. Rund 90 von ihnen hatten zuvor über teilweise massive Gesundheitsbeeinträchtigungen geklagt. Diese reichten von blutigen Nasenschleimhäuten über Augenbrennen, Schwindel, Zusammenbrüche und schwere Entzündungen bis hin zu Hautaufplatzungen, Kurzatmigkeit oder irreparabelen Bronchienschädigungen.Noch keine Entscheidung über die Zukunft

"Die Beschwerden sind bis auf wenige Ausnahmefälle verschwunden", sagt Polizeisprecherin Monika Peters. Neue Krankheits- oder Beschwerdefälle gebe es zudem nicht.

Damit aber sind die guten Nachrichten über das seit Monaten für Schlagzeilen sorgende alte Polizeipräsidium in der Südallee auch schon erschöpft. Denn die Ursache für die mysteriösen Massenerkrankungen ist immer noch nicht gefunden. "Es gibt nach wie vor keinen konkreten Verdacht", sagt Polizeisprecherin Peters.

Und das, obwohl sich etliche Gutachter, Experten und Mediziner in den vergangenen Monaten mit der Materie beschäftigt, Wände, Decken, Böden und alle möglichen "Innereien" des gerade erst Asbest- und PCB-sanierten Gebäudes bereits genauestens unter die Lupe genommen haben. "Tatverdächtige" gab es zwar immer mal wieder, doch für eine "Überführung" des Krankmachers reichte es nie.

Langsam wird auch der Geduldsfaden von Triers Polizeipräsident Manfred Bitter immer dünner. Er sei "kein Typ für Hängepartien", sagte Bitter bereits Anfang August unter Verweis auf mögliche Auswirkungen auf die polizeiliche Aufklärungsquote. "Spätestens in ein, zwei Monaten fällt eine Entscheidung", meinte seinerzeit der Trierer Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), Ingo Penkwitt. Dem LBB gehört das siebenstöckige Hochhaus aus den 70er-Jahren, die Polizei ist nur Mieter.

Zweieinhalb Monate sind seit Penkwitts Aussage vergangen. Doch eine Entscheidung über die Zukunft des alten Präsidiums ist immer nicht nicht gefallen. Wie auch? So lange der mögliche Krankheitserreger nicht lokalisiert ist, macht eine Sanierung "auf gut Glück" keinen Sinn.

Wenig Hoffnung auf Stein der Weisen

"Uns wäre es am liebsten, wenn wir wüssten: Es sind die Türklinken, die Fenster oder was auch immer. Aber so ist es leider nicht", sagt LBB-Mann Penkwitt. Das ein oder andere Untersuchungsergebnis steht zwar noch aus, ebenso eine zusammenfassende Bewertung aller bis dato vorliegenden Ergebnisse durch das Institut für Umweltmedizin der Uniklinik Aachen. Doch die Hoffnungen, damit den Stein der Weisen endlich gefunden zu haben, ist nicht allzu groß, wie hinter vorgehaltener Hand zu hören ist. Fakt ist, dass das von der Trierer Kripo bezogene "Übergangswohnheim" in der Güterstraße hinter dem Bahnhof aus allen Nähten platzt - ein "unzulängliches Provisorium", nennt selbst die ansonsten zurückhaltende Polizeisprecherin Monika Peters den Bau mittlerweile.

Fakt ist auch: Wird die Ursache für die Massenerkrankungen nicht gefunden und damit auch kein Verursacher, der für den Schaden möglicherweise haften muss, kommt das Tohuwabohu um das alte Präsidium den Steuerzahler teuer zu stehen. Schon jetzt gehen die Kosten in die Hunderttausende.