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Ein Staatsanwalt als Lebensretter

Ein Staatsanwalt als Lebensretter

Spektakulärer Zwischenfall im gestrigen Totschlagsprozess gegen eine Mutter und ihre Tochter aus der Eifel: Eine Zuschauerin brach plötzlich mit Herz-Kreislauf-Stillstand zusammen. Die 54-Jährige wurde erfolgreich wiederbelebt - dank Staatsanwalt Eric Samel (33).

Trier. So etwas hat der bei der Trie rer Anklagebehörde für Mord und Totschlag zuständige Staatsanwalt Eric Samel auch noch nicht erlebt: Um kurz nach halb zehn Uhr bricht im großen Sitzungssaal des Trierer Landgerichts plötzlich eine im Zuschauerraum sitzende Frau zusammen. Sie fällt vom Stuhl, krampft. Samel, ausgebildeter Rettungsassistent, läuft sofort zu ihr, legt die Bewusstlose in Seitenlage. Als der 33-jährige Jurist bei der Frau einen Herz-Kreislauf-Stillstand feststellt, beginnt er sofort mit der Wiederbelebung. Unterstützt wird Samel von Justizhelfer Martin Kuhn (27), während ein Kollege den Notarzt alarmiert. Die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz hat die Verhandlung derweil unterbrochen, der Saal wird geräumt. Kurze Zeit später trifft der Rettungsdienst ein. Die immer noch bewusstlose Frau wird intubiert, das heißt: Ein Tubus wird in die Luftröhre eingeführt, damit die Patientin besser beatmet werden kann. Irgendwann beginnt das Herz der 54-Jährigen wieder zu schlagen. Sie wird vom Rettungsdienst ins Brüderkrankenhaus gebracht. Über den Gesundheitszustand der Frau war bis gestern Abend nichts bekannt. Allerdings: Je früher bei einem Herz-KreislaufStillstand mit der Wiederbelebung begonnen wird, desto größer sind die Überlebenschancen. Im konkreten Fall hätte der Frau gar nicht schneller geholfen werden können.Lebensretter-Staatsanwalt Eric Samel ist kurze Zeit nach dem ungeplanten Einsatz schon wieder die Ruhe selbst. "Wir haben die Frau erfolgreich wiederbelebt", sagt er ein bisschen stolz. Für Samel war's zwar eine ungewohnte Umgebung, der Einsatz an sich aber war Routine. Der 33-jährige Saarländer ist seit 13 Jahren Rettungsassistent, macht zwei Mal im Monat Dienst bei der DRK-Rettungswache in Homburg. Justizhelfer Martin Kuhn hat zwar "nur" einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Aber als Samel fragte, wer ihm helfen könne, meldete sich der 27-Jährige sofort. "Da reagiert man einfach nur noch", sagt er dem TV.Der Totschlagsprozess gegen die beiden angeklagten Frauen wurde später fortgesetzt.