1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Einbrecher schlagen in der Region immer öfter zu: 20 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr – Experte: Dreistigkeit der Täter nimmt zu

Einbrecher schlagen in der Region immer öfter zu: 20 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr – Experte: Dreistigkeit der Täter nimmt zu

Die Einbruchszahlen in der Region Trier steigen rasant – um etwa ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr. Erfolgsmeldungen der Ermittler halten sich dagegen in Grenzen. „Die Diebe werden immer dreister“, sagen Experten.

Michael Traut und viele seiner Kollegen haben derzeit alle Hände voll zu tun. Der Trierer Metallbauer ist Fachmann für Diebstahlschutz, kümmert sich auch um die Beseitigung der Schäden an Tür oder Fenster, wenn in eine Wohnung eingebrochen wurde. "Die Einbrüche haben in diesem Jahr immens zugenommen", sagt der stellvertretende Obermeister der Metall-Innung, und auch die Masche habe sich verändert. Die Langfinger brächen jetzt meist Terrassen- oder Kellertüren auf, seien auch tagsüber aktiv und deutlich risikofreudiger: "Die Dreistigkeit nimmt zu, die Hemmschwelle sinkt", sagt Traut.

Eine Vermutung, die zumindest indirekt auch von den Ermittlern bestätigt wird. Nach Erkenntnissen der Polizei sind in der Region Trier verstärkt professionelle Einbrecherbanden aktiv. "Die Bandenmitglieder kommen häufig ursprünglich aus Osteuropa und gehören zu einem Familienclan", sagt Hubert Bender vom Landeskriminalamt. Das kriminelle Geschäft wird meist arbeitsteilig abgewickelt: Die einen halten Ausschau nach geeigneten Objekten, die nächsten brechen ein, und wieder andere verticken das Diebesgut.

Die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, ist gering. Zuletzt lag die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen in der Region gerade einmal bei 14 Prozent. Vor zwei Monaten hat Triers Polizeipräsident Lothar Schömann deshalb eine achtköpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt, die sich mit Wohnungseinbrüchen beschäftigt. Die Erfolge der zunächst für anderthalb Jahre eingerichteten Gruppe halten sich bislang noch in Grenzen.

Bis Ende September registrierte das Trierer Polizeipräsidium rund 550 Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche, 100 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Ein Ende der Serie scheint nicht in Sicht: Im Oktober wurden 56 Wohnungseinbrüche erfasst. Im Vorjahresmonat waren es 44. Nach Angaben des Dachverbands GDV zahlten die deutschen Versicherer im vergangenen Jahr 480 Millionen Euro für die Regulierung von Einbruchsschäden. "Pro Einbruch sind das durchschnittlich 3300 Euro", sagte eine Sprecherin.Mehr zum Thema

Wenn Banden den Tatort mit Zinken markieren
Was Opfer beachten müssen, wenn sie die Versicherung einschalten
Damit Diebe draußen bleiben: Was die Polizei rät, um die eigenen vier Wände gegen Einbrecher zu sichern