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Einbruchserien in der Eifel: Neun Tatverdächtige angeklagt

Einbruchserien in der Eifel: Neun Tatverdächtige angeklagt

Die Trierer Staatsanwaltschaft hat neun mutmaßliche Mitglieder von zwei Einbrecherbanden angeklagt. Die Tatverdächtigen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren sollen für mehrere Dutzend Einbrüche überwiegend in der Eifel verantwortlich sein.

Die von Triers Polizeipräsident Lothar Schömann Ende vergangenen Jahres angekündigte stärkere Bekämpfung der Einbruchskriminalität trägt Früchte. Wenn die Anklagen zugelassen werden, müssen sich demnächst mehrere mutmaßliche Intensivtäter vor Gericht verantworten.

Einem im Januar in der Vulkaneifel festgenommenen Trio werfen die Ermittler vor, für eine Einbruchserie rund um Daun und Koblenz verantwortlich zu sein. Die 19 und 24 Jahre alten Männern und ein Jugendlicher sollen es auf Wohnhäuser abgesehen und meist Bargeld, Schmuck und Elektrogeräte gestohlen haben. Den miteinander verwandten Tatverdächtigen wird in Trier der Prozess gemacht.

Auch bei der zweiten Einbrecherbande handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um Mitglieder "einer großen und weit verzweigten Familie mit südosteuropäischen Wurzeln". Der Clan soll für mindestens sieben Wohnungseinbrüche verantwortlich sein, darunter einen Einbruch in Dudeldorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm), bei dem eine 65-Jährige durch einen Schlag auf den Kopf verletzt wurde. Schwerer räuberischer Diebstahl lautet der Vorwurf gegen den mutmaßlichen Täter, ein 29-jähriges Clan-Mitglied. Darüber hinaus wirft die Staatsanwaltschaft einzelnen Bandenmitgliedern Trickdiebstahl und Urkundenfälschung vor. Chef des Clans soll ein 45 Jahre alter Mann aus der Verbandsgemeinde Speicher sein. Die Männer müssen sich in Trier verantworten, die an einzelnen Taten beteiligten Frauen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren vor dem Bitburger Amtsgericht.

Zwei 14 und 16 Jahre alte Mädchen, die Ende Januar bei einem Einbruchsversuch an der Obermosel festgenommen worden sind, sind derweil schon verurteilt: die Ältere wegen mehrerer Einbrüche zu einer anderthalbjährigen Jugendstrafe ohne Bewährung, die Jüngere zu einer Bewährungsstrafe.

Der Mainzer Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte vor einigen Wochen angekündigt, im Kampf gegen Einbrecherbanden das Trierer Konzept zentraler Ermittlungsgruppen aufs ganze Land auszuweiten.