Einsatz an der Grenze

WELLEN. Spektakulärer Polizeieinsatz an der luxemburgischen Grenze: Mit einem quer gestellten Auto stoppten Kripo-Beamte am Samstag auf der Grenzbrücke nach Grevenmacher den Wagen einer Frau, die mehrere Einbrüche begangen haben soll.

Es ist wie in einem Krimi: Ein dunkler Ford Galaxie rast hinter einem Golf her, die beiden Fahrzeuge liefern sich waghalsige Überholmanöver, Autofahrer werden zur Seite gedrängt, es wird gehupt und kurz vor dem Grenzübergang nach Luxemburg wird der Golf gestoppt, Männer mit Pistolen zerren die Fahrerin und einen kleinen Jungen aus dem Auto. Das Ganze ist keine neue Folge der "Autobahnpolizei". Der Einsatz hat sich am Samstag auf der Bundesstraße 419 bei Wellen (Kreis Trier-Saarburg) ereignet. Gegen 14.30 Uhr rast der dunkle Ford über die Straße, überholt mehrere Autos. Kurz vor dem Grenzübergang nach Grevenmacher, auf der engen Auffahrt zur Moselbrücke, stellt er sich quer vor einen Golf mit Kölner Kennzeichen. "Der Ford-Fahrer fuhr wie ein Irrer, ich dachte erst, der ist besoffen", schildert ein Augenzeuge die waghalsige Verfolgungsjagd. Als dann ein Mann mit gezogener Pistole aus dem quer gestellten Auto springt und auf den Golf zielt, glaubt der 30-jährige Trierer, dass es um eine Entführung oder ein Familiendrama geht. Weitere Autos rasen ran, plötzlich laufen vier, fünf Männer mit gezogenen Waffen auf der Grenzbrücke herum, ziehen die Frau aus dem Auto, verbinden ihr die Augen, legen Handschellen an. Auf dem Rücksitz sitzt ein kleiner Junge, sechs oder sieben Jahre alt, schätzt der Augenzeuge. Männer ziehen ihn vom Golf weg. Mittlerweile weiß der Augenzeuge, dass es sich um einen Polizeieinsatz handelt. Die Frau habe einiges auf dem Kerbholz, sagt ihm einer der Männer - Polizisten in Zivil. Auch am Tag danach ist noch unklar, warum es zu dem spektakulären Einsatz gekommen ist. Es handele sich um Wohnungseinbrüche, die Frau sei festgenommen worden, lauten am Sonntag die spärlichen Informationen aus dem Trierer Polizeipräsidium gegenüber unserer Zeitung. Die Frau habe nach Luxemburg fliehen wollen, mehr könne man nicht sagen. Auch nicht, was mit dem Jungen ist, und ob es sich um den Sohn der Frau handelt.

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