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Eltern: Eine Milliarde mehr für Schulen

Eltern: Eine Milliarde mehr für Schulen

Es dürfe nicht weiter auf Kosten der Kinder gespart werden, warnt der Regionalelternbeirat. Er übt heftige Kritik an der geplanten Streichung von über 300 Lehrerstellen. Die CDU stört sich dagegen an den Ausgaben.

Trier. "Klar sehen wir den Sparzwang im Landeshaushalt, allerdings darf und sollte dieser nicht zulasten unserer Schüler gehen", sagt Reiner Schladweiler. Er ist Vorsitzender des Regionalelternbeirats. Mit den geplanten Einsparungen von über 300 Lehrern sieht er vor allem das wohnortnahe Grundschul-Angebot in Gefahr.
Die geplanten neuen Vorgaben für Mindestgrößen von Grundschulen führten dazu, dass kleinere Grundschulen geschlossen würden, sagt Schladweiler. Man verweigere sich nicht der "einen oder anderen Veränderung auch im Grundschulbereich". Allerdings sollten solche Maßnahmen mit den zuständigen Elternvertretungen einvernehmlich gelöst werden, fordert er. Generell müsse das Land mehr Geld in die Bildung stecken. Während in Großprojekte investiert werde, nehme man für die Schulen den Rotstift in die Hand, kritisiert der Elternvertreter.
Statt Stellen zu streichen und zu sparen, müsste das Land deutlich mehr in Bildung investieren. Schladweiler spricht von einer Milliarde Euro mehr pro Jahr, "um alldem gerecht werden zu können, was die Gesellschaft inzwischen von dem Lebensraum Schule erwartet".
Das Thema Stellenstreichungen, mögliche Schulschließungen und Einsparungen dürfte auch Thema beim Bildungstag am kommenden Samstag im Cusanus-Gymnasium in Wittlich sein. Geplant ist unter anderem eine Podiumsdiskussion mit Politikern zu aktuellen bildungspolitischen Fragen. Mit dem Bildungstag, der um 9 Uhr beginnt, feiert der Regionalelternbeirat seinen 50. Geburtstag.
Dietmar Muscheid, rheinland-pfälzischer Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, kritisiert ebenso Sparmaßnahmen. Es sei nicht möglich, dass immer weniger Personal die gleichbleibende oder eine steigende Aufgabenlast stemme, kritisiert er und fürchtet einen Investitionsstau. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Trier, befürwortet Investitionen in Straßen und setzt auf entsprechendes Personal. Finanzielle Spielräume sollte das Land ebenso nutzen, um den Haushalt gesunden zu lassen, Abgaben zu senken und Bildung zu stärken. Die CDU kritisiert dagegen, dass die Regierung angesichts hoher Steuereinnahmen neue Schulden mache. Besonders die FDP werde ihrem Anspruch nicht gerecht. wie/flor