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Energie-Gipfel in Trier: Cattenom bleibt in der Großregion umstritten

Energie-Gipfel in Trier: Cattenom bleibt in der Großregion umstritten

Die Großregion will bei der Energiewende enger zusammenarbeiten. Das beschlossen Vertreter der Mitgliedsregionen beim Gipfeltreffen in Trier. Beim Thema Cattenom blieb es allerdings bei Bitten und altbekannten Forderungen. Begleitet wurde die Sitzung von Protesten gegen das französische Atomkraftwerk.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die derzeit den Vorsitz in der Großregion hat, wertete das Ergebnis des Treffens als gut. "Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne getan." Es sei eine engere Zusammenarbeit etwa bei der Planung von Windrädern vereinbart worden. Das Thema Cattenom bleibe aber umstritten, so Dreyer. Man bitte Frankreich, die Laufzeit der sich seit 1986 in Betrieb befindenden Anlage nicht zu verlängern. Ziel müsse die Abschaltung von Cattenom sein, wiederholte der saarländische Umweltminister Jost die bekannte Forderung, die auch Luxemburg unterstützt.

Doch mehr als die "Bitte" kann der Gipfel als höchste Instanz der Großregion nicht formulieren. Das Gremium könne keine politisch verbindlichen Beschlüsse fassen, sagt der saarländische Geografie-Professor und Experte für die Zusammenarbeit in der Großregion, Peter Moll. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit kranke an den unterschiedlichen Strukturen der Mitgliedsregionen. "Eine einheitliche politische Meinung ist unter diesen Bedingungen schwierig", sagt Moll.

Die CDU-Landtagsabgeordneten Bernhard Henter (Konz) und Arnold Schmitt (Riol) kritisieren Dreyer. Sie mache in Sachen Cattenom "viel Wind um Nichts" und verkaufe ihr Angebot an Frankreich, gemeinsam Windräder im Grenzgebiet aufstellen zu wollen, als "Meilenstein" statt Paris von der Abschaltung des Atomkraftwerks zu überzeugen.

Eine Vision und eine Arbeitsgruppe

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