| 12:45 Uhr

Entscheidung über Tunnel gegenüber Loreley verschiebt sich

Ein Güterzug fährt durch den Tunnel zwischen St.Goar und Oberwesel. Foto: Thomas Frey/Archiv
Ein Güterzug fährt durch den Tunnel zwischen St.Goar und Oberwesel. Foto: Thomas Frey/Archiv FOTO: Thomas Frey
Mainz/St. Goar. Die Entscheidung über Neubauten bei den drei sanierungsbedürftigen Bahntunneln gegenüber dem Loreley-Felsen verzögert sich. Parallel dazu sollen die historischen Tunnel 2019 instand gesetzt werden. Das teilte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Donnerstag im Verkehrsausschuss des Landtags in Mainz laut Manuskript mit. dpa

Für die bereits 1858 und 1859 gebauten linksrheinischen Tunnel mit denkmalgeschützten Portalen waren sechs Varianten einer Sanierung untersucht worden. Die Region befürwortet die Variante „Pink“. Das wäre ein etwa acht Kilometer langer Tunnel von St. Goar bis hinter Oberwesel. Das Land meldete dieses Projekt zum Bundesverkehrswegeplan 2030 an. Dort landete es im Bereich „Potenzieller Bedarf“.

Gemäß der neuen Koalitionsvereinbarung im Bund wird die Bewertung der Schienenprojekte dieser Kategorie laut Wissing nun erst im dritten Quartal 2018 abgeschlossen. Somit seien derzeit keine weiterführenden Aussagen möglich. Der Minister ergänzte: „Die Deutsche Bahn AG hat daher mitgeteilt, dass für das Jahr 2019 Instandsetzungsarbeiten eingeplant seien, um die uneingeschränkte Nutzung der bestehenden Bahntunnel für den zu erwartenden langen Zeitraum für die Planung und Umsetzung eines alternativen Tunnelprojekts sicher zu stellen.“

Die Bahn soll die preiswertere Variante „Rot“ erwägen. Das wäre eine Sanierung der alten Tunnel plus den Bau neuer paralleler Röhren. Die Region befürchtet hierbei eine Teilzerstörung der Stadtmauer von St. Goar und den Verlust des Welterbetitels im Oberen Mittelrheintal. Die Bürgerinitiative „Oberwesel 22 - Zukunft trotz Bahn“, die ebenfalls „Pink“ bevorzugt, wies am Donnerstag auf die „geologisch äußerst labile Konstruktion“ der alten Tunnelstrecke im Schiefergestein hin.

Bürgerinitiative "Oberwesel 22 - Zukunft trotz Bahn"

Pressestelle Deutsche Bahn