Ermittlungen dauern an

TRIER. Nach dem Sturz einer Frau aus einem Kettenkarussell beim Ehranger Markt (der TV berichtete) dauern die Ermittlungen der Polizei an. Die Gewerbeaufsicht und das Bauaufsichtsamt haben keine technischen Mängel des Fahrgeschäfts festgestellt.

Die Polizeiinspektion Schweich hatte um Zeugenaussagen gebeten. Bislang hätten sich aber "keine unmittelbaren Zeugen" gemeldet, hieß es. "Wir haben Leute vernommen, und weitere Vernehmungen stehen noch an", sagte der Leiter der Schweicher Polizeiinspektion, Roman Kierok, am Donnerstagvormittag auf Anfrage des TV. Er gehe davon aus, dass die Ermittlungen in den nächsten Tagen abgeschlossen würden und "die Akte Anfang nächster Woche der Staatsanwaltschaft" übergeben werden kann. Nach Angaben des Betreibers des Karussells, Michael Schwarz, hatte ein hinter der Frau sitzender Mann - offenbar ihr Freund, wie ein Zeuge vor Ort bestätigte - den Sitz der Frau mehrmals mit den Füßen angestoßen, sodass sie schließlich hinausrutschte. Beide sollen alkoholisiert gewesen sein. Die 45-Jährige befindet sich nach Angaben von Kierok in einem nicht vernehmbaren Zustand, akute Lebensgefahr bestehe aber nicht. Die Identität des Mannes, der angeblich für den Unfall verantwortlich ist, sei der Polizei bekannt, so Kierok. Zum Inhalt der Vernehmungen machte Kierok keine Angaben. Seitens der Gewerbeaufsicht wurden keine Beanstandungen an dem Karussell gemacht. "Wir haben keine technischen Mängel festgestellt", sagte die Pressesprecherin der SGD-Nord, Sandra Hansen-Spurzem. Offenbar war die verunglückte Frau mit dem Karussell gefahren, ohne eine zusätzliche Mittelkette zwischen den Beinen befestigt zu haben. "Die Mittelkette ist keine Pflicht, die haben wir nur für kleine Kinder extra drangemacht", betonte Michael Schwarz, der nach eigenen Angaben die Bauchkette der Frau selbst verschlossen hatte. Sachverständige des Tüv-Rheinland, die Informationen zur Benutzung von Sicherungsketten geben können, waren gestern nicht erreichbar. Das Bauaufsichtsamt hatte das Karussell am vorigen Samstag abgenommen, kleinere Beanstandungen in Form fehlender Bodenbretter im Sockel seien sofort behoben worden, so Stadt-Pressesprecher Ralf Frühauf. "Aus Sicht des Bauaufsichtsamts bestanden keinerlei Bedenken gegen den Betrieb des Karussells."