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Ermittlungen gegen Gefängnisarzt wegen fahrlässiger Tötung

Der Haupteingang zur Justizvollzugsanstalt Diez. Foto: Thomas Frey/Archiv
Der Haupteingang zur Justizvollzugsanstalt Diez. Foto: Thomas Frey/Archiv FOTO: Thomas Frey
Diez. Der Arzt im Gefängnis in Diez steht unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung. Auch einem früheren Diezer Anstaltsarzt wird laut dem am Donnerstagabend im SWR-Fernsehen ausgestrahlten Politikmagazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ vorgeworfen, Gefangene nicht oder nachlässig behandelt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft Koblenz laufen gegen beide Mediziner Ermittlungen. dpa

Oberstaatsanwalt Rolf Wissen teilte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit, im Oktober 2017 sei im Gefängnis in Diez im Rhein-Lahn-Kreis ein Gefangener in seiner Zelle tot aufgefunden worden. Mit Blick auf den heutigen Anstaltsarzt ergänzte Wissen: „Nach dem Obduktionsergebnis könnte ein Zusammenhang mit einer Thrombose im rechten Bein bestehen, die möglicherweise bei einer ärztlichen Untersuchung am 17. Oktober 2017 nicht erkannt worden sein könnte.“ Die Frage, ob und wie sich der Beschuldigte bislang dazu geäußert hat, ließ der Oberstaatsanwalt unter Hinweis auf das Landesmediengesetz unbeantwortet, „weil hierdurch die sachgemäße Durchführung der veranlassten Ermittlungen erschwert werden könnte“.

Gegen einen früheren Gefängnisarzt laufen laut Wissen vier Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt - nach Strafanzeigen von vier Gefangenen. Im Dezember 2017 sei ein rechtsmedizinisches Gutachten zu der Frage in Auftrag gegeben worden, ob es Anhaltspunkte für eine fehlerhafte medizinische Behandlung der vier Häftlinge gebe, teilte der Oberstaatsanwalt mit. Weitere Details nannte er nicht. „Dem Beschuldigten, der einen Verteidiger hat, sind die Vorwürfe bekannt. Eine Stellungnahme hierzu wurde noch nicht abgegeben“, ergänzte Wissen auf Anfrage.