Erschreckende Bilanz

Mainz/trier . (lrs/red) 141 Rheinland-Pfälzer haben in der Nacht zum Samstag voraussichtlich ihren Führerschein verloren, weil sie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer saßen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier waren bei der landesweiten Polizeiaktion gut 100 Beamte im Einsatz.

Nach einer landesweiten Alkohol- und Drogenkontrolle bei rund 7200 Autofahrern in der Nacht zum Samstag hat das Mainzer Innenministerium eine "erschreckende Bilanz" gezogen. Bei 85 Fahrern habe eine Blutprobe wegen Alkoholverdachts angeordnet werden müssen. Zusätzlich fielen 56 Verkehrsteilnehmer auf, die laut Polizei unter Drogeneinfluss gefahren sein sollen. Gegen 141 Kontrollierte sei Anzeige erstattet worden - sie müssen wohl länger auf ihren Führerschein verzichten. Besonders bemerkenswert ist laut Innenministerium der Fall eines 31 Jahre alten Belgiers, der sich nach Drogenkonsum ans Steuer gesetzt hatte und auf der Autobahn 61 bei Mainz in die Kontrolle geriet: Wie die Polizei ermittelte, arbeitet der Mann als Drogenberater in einer Suchtklinik. In Kaiserslautern fiel ein Autofahrer auf, der zwar "nur" 0,4 Promille Alkohol im Blut, dafür aber drei verschiedene Rauschgifte genommen hatte. "Obwohl die mit Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss verbundenen Risiken allgemein bekannt sind, gibt es noch zu viele Unbelehrbare", sagte Innenstaatssekretär Karl Peter Bruch (SPD). Er verwies darauf, dass in den ersten neun Monaten 2004 bereits 49 Menschen bei Verkehrsunfällen starben, bei denen Alkohol oder Drogen im Spiel waren. An den siebenstündigen Kontrollen beteiligten sich rund 700 Polizisten, darunter auch Beamte aus Frankreich und Angehörige der US-Militärpolizei. Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier waren mehr als 100 Polizeibeamte im Einsatz. Sie kontrollierten insgesamt 1 329 Fahrer - bei 112 gab es Beanstandungen. 90 Personen mussten sich einem Alkoholtest, 24 einem Drogenvortest unterziehen. In neun Fällen wurde die Entnahme einer Blutprobe wegen Alkohols und in elf Fällen wegen des Verdachts auf Drogenkonsum angeordnet. Insgesamt wurden in dieser Nacht 30 Strafanzeigen erstattet, 14 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet sowie 102 Verwarnungen ausgesprochen. Zehn Fahrer mussten noch an Ort und Stelle ihren Führerschein abgeben.