Erste von fünf bekannten „Hitlerglocken“ ausgetauscht

Erste von fünf bekannten „Hitlerglocken“ ausgetauscht

Die erste von insgesamt fünf im Bereich der Evangelischen Kirche der Pfalz bekannten Kirchenglocken mit Symbolen und Aufschriften aus der NS-Zeit ist ausgetauscht worden. Die in Frankreich gegossene neue Glocke wurde am Sonntag in Mehlingen (Kreis Kaiserslautern) mit einem Festgottesdienst eingeweiht, wie die Evangelische Kirche mitteilte.

Die abgehängte Glocke von 1933 wurde einem Museum übergeben. Sie trägt unter anderem die Aufschrift „Ins Dritte Reich hineingeboren, hat man mich für das Wort erkoren“.

Die Kosten von 14 000 Euro für die neue Glocke übernimmt die Landeskirche. Der Klangkörper trägt ein christliches Kreuz und den Vers „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ aus dem Johannes-Evangelium. „Nichts auf dieser Welt ist wichtiger als Gott und als das, was er uns zu sagen hat“, sagte Ex-Oberkirchenrat Michael Gärtner dem vorab verteilten Redemanuskript zufolge am Sonntag in der Predigt.

Bei der Suche nach umstrittenen Glocken aus der NS-Zeit hatte die Evangelische Kirche der Pfalz 2017 fünf Exemplare entdeckt: in Mehlingen, Essingen, Pirmasens-Winzeln, Herxheim am Berg sowie im saarländischen Homburg-Beeden. Insgesamt hatte eine Sachverständige zehn Glocken ausfindig gemacht. Die Inschriften der fünf anderen Exemplare - etwa „Gedenkt!“ - wertet die Kirche als unverfänglich.

Der Kirche zufolge soll auch die Glocke in Essingen (Südliche Weinstraße) bald ausgetauscht werden. Die restlichen drei der fünf Exemplare in der Region bleiben nach einem Beschluss der örtlichen Gemeinden hängen. Streit hatte es besonders um einen Klangkörper mit Hakenkreuz und Hitler-Spruch in Herxheim am Berg (Kreis Bad Dürkheim) gegeben. Mit der dortigen Glocke musste sich auch ein Gericht befassen. Letztendlich beschloss der Gemeinderat, sie als „Anstoß zur Versöhnung“ hängen zu lassen. Sie wird aber nicht mehr geläutet.

Mehlingen

Mitteilung

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