Erstes Gerät "scharf" gestellt

Erstes Gerät "scharf" gestellt

MÜLHEIM. Unter 16 geht nix mehr: Gestern wurde in Mülheim an der Mosel der erste jugendsichere Zigarettenautomat in Rheinland-Pfalz in Betrieb genommen.

Noch knapp zwei Monate bis Neujahr - dann werden alle 500 000 Zigarettenautomaten in Deutschland mit einer elektronischen Sperre ausgerüstet sein. Sie soll Jugendliche unter 16 Jahren künftig vom Rauchen abhalten - so will es der Gesetzgeber. Bereits gestern hat sich die neue Technik in Mülheim an der Mosel (Hauptstraße 42) dem Praxistest unterzogen. Hier wurde der erste Zigarettenautomat in Rheinlandpfalz schon vor dem 1. Januar 2007 "scharf" gestellt. Geschäftsführer Eduard Pauli von der Eduard Pauly GmbH aus Lieser demonstrierte dabei, worauf sich Raucher spätestens zum neuen Jahr einstellen müssen. Seine Firma hat allein in Lieser und Umgebung rund 500 Geräte mit dem neuen Chipkartensystem ausgerüstet. "Raucher müssen sich umgewöhnen", sagte Pauly. "Es reicht nicht mehr, vier Euro einzuwerfen. Wer eine Packung Zigaretten ziehen will, benötigt eine EC-Karte mit dem goldfarbenem Chip und Jugendschutzmerkmal." Diese Karte gilt es in den passenden Automatenschlitz zu schieben.Jugendschutz als Kriterium

Nur wenn die Prüfung des Jugendschutzmerkmals ergibt, dass der Kunde das für den Tabakkauf notwendige Alter von 16 Jahren bereits erreicht hat, ist der Automat verkaufsbereit. Dann kann sich der Kunde entscheiden: Wie bisher üblich mit Münzgeld bezahlen oder den fälligen Betrag vom Chip der aufgeladenen Geldkarte abbuchen lassen. Jedoch Vorsicht: Wer das Rauchen zum neuen Jahr nicht sowieso aufgeben will, könnte mit langem Gesicht vor den umgerüsteten Automaten stehen. Und das, obwohl er eine Geldkarte besitzt. Denn damit die neue Technik funktioniert, muss auf dem Karten-Chip ein Jugendschutzmerkmal gespeichert sein. Ob dies der Fall ist, müssen Kunden mit ihrer Bank vorab klären. "Wir wollen schließlich nicht, dass die Raucher an Silvester mit einem Wutanfall ins neue Jahr starten", sagte Pauly.