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Es kommen viel weniger Flüchtlinge: Atempause für Land und Kommunen

Es kommen viel weniger Flüchtlinge: Atempause für Land und Kommunen

Seit die Balkanroute für Flüchtlinge geschlossen ist, hat sich die Situation in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes und in den Kommunen merklich entspannt. Die Zahl der täglich im Land ankommenden Flüchtlinge ist auf unter 100 gesunken.

Die alten Fluchtrouten sind dicht. Und die neuen Wege Richtung Europa müssen die Flüchtenden erst noch finden. Und so ist es dort, wo Menschen noch vor wenigen Monaten Schlange standen, um ein Bett in einem überfüllten Schlafsaal zu bekommen, plötzlich relativ ruhig. Die Zahl der Hilfesuchenden, die in Rheinland-Pfalz täglich ankommen, ist laut Integrationsministerium nur noch zweistellig. Statt 500 bis 800 Menschen kommen nun weniger als 100 Menschen am Tag an.

"Das verschafft uns eine Atempause", sagt Ministeriumssprecher Marius Wendling. Nur noch 7600 der 13.000 zur Verfügung stehenden Betten in den Erstaufnahmeeinrichtungen sind belegt. In Trier, Bitburg, Hermeskeil und Wittlich zusammen sind nun 2288 Flüchtlinge untergebracht. Eine Zahl, die angesichts der 7750 Betten, die auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise regionweit zur Verfügung standen, regelrecht klein wirkt.

Eine große Trierer Notunterkunft wurde dichtgemacht - weitere Schließungen sind derzeit nicht geplant. Angesichts der unberechenbaren internationalen Lage will das Land flexibel bleiben. Zudem kann es die Kommunen so entlasten: Asylbewerber bleiben nun länger in den Landesunterkünften, Flüchtlinge vom Westbalkan sogar während der gesamten Dauer ihres Asylverfahrens.

In den Kommunen hat sich die Lage in der Tat entspannt: Im Januar wurden dem Kreis Trier-Saarburg noch 250 Asylbewerber zugewiesen. Im März waren es bisher nur 30. "Die Wohnungssituation gestaltet sich bei uns entspannt", sagt Kreissprecherin Verena Bernardy aus Daun. Auch der Vulkaneifelkreis sieht genügend Potenzial. "Unsere Pläne ändern sich derzeit nicht, da wir glauben, dass die Flüchtlingskrise noch nicht überstanden ist", sagt Bernardy.

Eine Entlassung des Personals, das wegen der Flüchtlinge eingestellt wurde, ist derzeit nirgends geplant. Sollte die Zahl der Asylbewerber dauerhaft sinken, so könne ein Abbau einzelner Stellen jedoch nicht ausgeschlossen werden, heißt es aus der Kreisverwaltung Trier-Saarburg.Mehr zum Thema

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