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EU-Kommissar stärkt Sanierern am Ring den Rücken

EU-Kommissar stärkt Sanierern am Ring den Rücken

Der Brief ist zwei Seiten lang und am 4. Juni bei der Kanzlei des Ring-Sachwalters Jens Lieser eingegangen. Absender: EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Anlass des Schreibens: Die Ring-Sanierer und -Verwerter Jens Lieser und Thomas Schmidt wollten wissen, ob ein künftiger Eigentümer des Nürburgrings mit Beihilferückforderungen in Millionenhöhe rechnen muss. Almunias Antwort: Beim derzeit gewählten Verfahren mit ziemlicher Sicherheit nein. Ganz festlegen will sich der Brüsseler Wettbewerbskommissar nicht. Erst müssen die EU-Behörden "nach eingehender Prüfung des Sachverhalts" ihren Beschluss zum Beihilfeverfahren gefällt haben. Das ist frühestens im Herbst der Fall.
Unterdessen scheint sicher, dass sich die früheren Nürburgring-Pächter um den Kauf des Eifel-Komplexes bewerben. Jörg Lindner und Kai Richter hatten stets erklärt, den gesamten Nürburgring kaufen zu wollen. "Wir haben da nichts zurückzunehmen", erklärte Lindner im Gespräch mit der Koblenzer Rhein-Zeitung. Beide haben sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Jörg Lindner ließ sich immerhin noch entlocken, "dass wir die Hotels am Ring nach wie vor mit großem Erfolg betreiben".
Derweil schießen die Spekulationen über künftige Käufer des Rings ins Kraut. Der ADAC wird immer wieder genannt, aber auch die Hyundai Kia Automotive Group oder Autokonzerne wie Mercedes oder Audi. Offiziell schweigen sich alle aus. Ein Kenner der Szene: "Nicht auszuschließen, dass der spätere Käufer seinen Hut noch gar nicht in den Ring geworfen hat." DB
Extra

Der Innenausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags hat bei einer auswärtigen Sitzung am Donnerstag in Berlin beschlossen, dass es am 20. Juni eine Anhörung zum geplanten Nürburgringgesetz gibt. Dieses Gesetz soll auch nach einem Verkauf des Rings an private Investoren den öffentlichen Zugang für die Bevölkerung sichern. Die Abgeordneten waren zum Sommerfest der Landesregierung in die Hauptstadt gereist. DB