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EU-Kommission lehnt Beihilfen ab: Steht der Nürburgring vor Insolvenz?

EU-Kommission lehnt Beihilfen ab: Steht der Nürburgring vor Insolvenz?

Die EU-Kommission stuft die von der rot-grünen Landesregierung geplante Rettungsbeihilfe für die Nürburgring GmbH nach Recherchen der Rhein-Zeitung als wettbewerbswidrig ein. Wenn die landeseigene Gesellschaft insolvent geht, kommen demnach Kosten auf die Steuerzahler zu.

Nürburg. Eine Pleite am Nürburgring ist laut einem Bericht der Rhein-Zeitung nicht mehr abzuwenden. Die EU-Kommission werde der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH die beantragte Rettungsbeihilfe nicht gewähren, berichtet die Zeitung unter Berufung auf "gut informierte Kreise". Die EU stufe die beantragten Hilfsgelder als Beihilfeverstoß ein.
Mit einer solchen Brüsseler Entscheidung bliebe der Besitzgesellschaft in der Eifel der Gang zum Insolvenzrichter beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Nürburgring würde dann teilweise oder ganz verkauft werden müssen.
Die rot-grüne Landesregierung hatte Brüssel darum gebeten, die verschuldete Landestochter Nürburgring GmbH mit rund 13 Millionen Euro stützen zu können. Zudem sollten der GmbH, die den Ring besitzt, die Zinszahlungen für den 330-Millionen-Kredit bei der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB) gestundet werden.
Dem verweigert die EU-Wettbewerbsbehörde dem Bericht zufolge die Zustimmung. Meldet sich die Nürburgring GmbH deshalb insolvent, wäre ein Insolvenzverwalter für künftige Vertragsabschlüsse verantwortlich und nicht mehr die privaten Pächter der Freizeitanlagen am Ring, Jörg Lindner und Kai Richter. Dies gälte für Verhandlungen mit Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone genauso wie mit dem ADAC über den Truck-Grand-Prix oder mit Konzertveranstalter Marek Lieberberg über das Musikfestival Rock am Ring.
Brüssel prüft auch, ob am Ring unerlaubte Beihilfen in der Höhe von 524 Millionen Euro flossen; das Ergebnis steht noch aus.
In der Überschuldungsbilanz der Nürburgring GmbH ist der ganze Ring 126 Millionen Euro wert. Laut Wirtschaftswoche haben Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young in einer Analyse für das Land Schulden der Ring GmbH von 413 Millionen Euro festgestellt: einen 330-Millionen-Kredit der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz und 83 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen. Das Land könnte demnach selbst bei einem Verkauf des Rings auf 287 Millionen Euro Schulden sitzenbleiben - zu Lasten der Steuerzahler.