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Experten fordern mehr familiengerechte Arbeitsplätze - Vorbildliches Finanzamt

Experten fordern mehr familiengerechte Arbeitsplätze - Vorbildliches Finanzamt

Unternehmen können mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen bei der Suche nach Fachkräften punkten. Doch in vielen Betrieben der Region mangelt es noch an entsprechenden Maßnahmen.

(wie) Im Trierer Finanzamt dürfte es eigentlich keine unzufriedenen Mitarbeiter geben. Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, einem Eltern-Kind-Arbeitszimmer und organisierter Ferienbetreuung versucht die Behörde, auf persönliche Belange der rund 400 Beschäftigten einzugehen. Von solchen Vorzeigeunternehmen gibt es nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) noch zu wenige. Unternehmen müssten noch mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun, etwa durch familiengerechtere Arbeitsmodelle, sagte Schröder gestern bei einem Treffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften.

Auch in der Region bestehe noch Nachholbedarf, sagt Martina Josten. Sie leitet die vom Land geförderte Beratungsstelle für familiengerechtere Arbeitszeitgestaltung Zeitzeichen in Trier. Vor allem kleinere Unternehmen würden sich noch immer schwer damit tun, familienfreundliche Maßnahmen umzusetzen.

Es gebe zwar häufig Lösungen für einzelne Mitarbeiter, aber die wenigsten Betriebe würden generell familienunterstützende Maßnahmen anbieten. Dabei sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf längst zu einem Standortfaktor geworden - auch gegenüber dem weniger familienfreundlichen Luxemburger Arbeitsmarkt. Daher müssten Arbeitgeber gezielt damit werben. Familienfreundlichkeit sei ein wichtiges Instrument, um Fachkräfte zu halten und neue zu bekommen, sagt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der Trierer Industrie- und Handelskammer (IHK). Das bestätigt Carl-Ludwig Centner von der Trierer Handwerkskammer. Er sieht aber anders als die Beraterin Josten kaum Nachholbedarf bei den Unternehmen. Familienfreundlichkeit sei auch in kleineren Handwerksfirmen längst an der Tagesordnung.