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Experten warnen vor Fledermaus-Tollwut

Experten warnen vor Fledermaus-Tollwut

Zum ersten Mal ist in Rheinland-Pfalz Fledermaus-Tollwut nachgewiesen worden. Bei einem im Eifelkreis Bitburg-Prüm entdeckten Tier wurde das auch für Menschen gefährliche Virus identifiziert.

Trier. Markus Thies hält es für einen Einzelfall. Es sei relativ unwahrscheinlich, dass noch andere Fledermäuse von der Tollwut betroffen seien, sagt der Fledermaus-Experte des Naturschutzbundes aus Pronsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Die für heute geplante Fledermaus-Nacht in den Mühlsteinhöhlen in Hohenfels-Essingen (Vulkaneifel) werde trotz der Warnung des Landesuntersuchungsamts (Lua) stattfinden, sagte Thies auf TV-Anfrage.

Das Lua hatte gestern mitgeteilt, dass erstmals in Rheinland-Pfalz die Fledermaus-Tollwut nachgewiesen worden ist. Das erkrankte, flugunfähige Tier wurde von einer Frau an einer Bushaltestelle im Eifelkreis Bitburg-Prüm gefunden. Bei einer Untersuchung wurde das Tollwut-Virus bei der Fledermaus festgestellt. Lua-Sprecherin Kerstin Stiefel warnt: "Man sollte Fledermäuse am besten nicht anfassen." Die Tollwut kann entweder durch einen Biss oder durch den Kot der Tiere übertragen werden. Wer von einer Fledermaus gebissen wurde, sollte die Wunde sofort gründlich mit viel Wasser und Seife ausspülen, mit hochprozentigem Alkohol desinfizieren und zum Arzt gehen, rät Stiefel. Kurze Zeit nach der Übertragung könne der Ausbruch der Tollwut beim Menschen durch eine nachträgliche Impfung verhindert werden. Bisher sei die Fledermaus-Tollwut in Europa nur äußerst selten auf den Menschen übertragen worden, teilt die Lua-Sprecherin mit.

Die Fledermaus-Nacht in Hohenfels-Essingen ist nicht die einzige. An diesem Wochenende findet die Europäische FledermausNacht statt, an vielen Orten wird es nächtliche Führungen zu Übernachtungsplätzen der Tiere geben, so auch in Birresborn (Vulkaneifel).

"Wenn die Teilnehmer wollen, können sie die Tiere auch streicheln", sagt der Organisator der Fledermaus-Nacht in Hohenfels-Essingen, Markus Thies. "Die Gefahr ist nicht größer als sonst auch." Er selbst trage allerdings immer Handschuhe, wenn er Fledermäuse anfasse.

Stiefel empfiehlt allen, die regelmäßig Umgang mit den Tieren haben, sich unbedingt vorbeugend gegen Tollwut impfen zu lassen. Hintergrund Fledermaus-Tollwut: In den vergangenen 50 Jahren wurden europaweit rund 1000 Fälle gemeldet. In Deutschland gab es rund 200 Fälle, keinen davon in Rheinland-Pfalz. Übertragen wird die Tollwut zumeist durch Bisse. Symptome sind Brennen und Jucken an der Bissstelle sowie Fieber und Kopfschmerzen. Später sind Krämpfe und Lähmungen möglich. (wie)