Expertenurteil zum Bitburg Airport: Hier werden alle getäuscht

Expertenurteil zum Bitburg Airport: Hier werden alle getäuscht

Durchlaufen die längst erwarteten 30 Millionen Euro für den Bitburg Airport tatsächlich eine Routine- Geldwäscheprüfung? Experten zweifeln daran. Falls es das Geld überhaupt gebe, sei damit etwas faul, sagen sie.

Die alles entscheidende Frage für die Zukunft des geplanten Großprojekts Bitburg Airport lautet: Schafft der Projektentwickler Frank Lamparski es, die versprochenen 30 Millionen Euro Startkapital bis Ostern vorzulegen? Denn, wenn ihm dies nicht gelingt, ist Schluss mit dem Traum vom Fliegen. Lamparski zufolge befindet sich das Geld seines Investors seit Dezember auf dem Konto einer namhaften Bank im EU-Raum und durchläuft die vorgeschriebene Geldwäscheprüfung. Da die aufwendiger sei als gedacht, liege das Geld noch nicht vor. Namen nennt Lamparski keine. "Unglaubwürdig", sagen ausgewiesene Experten zu dieser Geschichte. Ralf Ferner, Abteilungsleiter einer großen Bank, und Achim Diergarten, ein Jurist, der sich auf das Thema Geldwäscheprüfung spezialisiert hat, zweifeln daran, dass das der Wahrheit entspricht. Wenn das Geld überhaupt existiere, dann sei damit etwas faul. Zu diesem Schluss kommen sie aus mehreren Gründen. Ein wesentlicher Grund ist, dass Banken ihrer Aussage nach Geld, das überwiesen werden soll, gar nicht zurückhalten dürfen. Auch nicht für Geldwäscheprüfungen. Und diese dauern den Experten zufolge in der Regel nicht länger als ein oder zwei Tage. Wochen jedenfalls könnten Banken das Geld nicht festhalten. Zudem würde das ihrer Ansicht nach auch kein Geschäftsmann zulassen, da ihm ja durch den Zinsausfall viel Geld verloren ginge. Wenn das Geld trotz alledem nicht weitergeleitet werde, dann sei dies im Zusammenhang mit einer Verdachtsanzeige möglich: Hat eine Bank Zweifel an der Herkunft des Geldes, ist sie verpflichtet, ihren Verdacht bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde zu melden. Diese kann das Geld, wenn sich der Verdacht erhärtet, beschlagnahmen. Diergartens Fazit: "Hier werden alle kräftig getäuscht." Lamparski betont, von der ganzen Prozedur nur das zu wissen, was sein Investor ihm mitteile. "Das Geld gibt es. Das ist sicher", sagt er. Und er hoffe, dass die Prüfung bald abgeschlossen sei.

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