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Extrem späte Trockenbeerenauslese in Rheinhessen gelesen

 Die zu Rosinen ausgetrockneten und verschrumpelten Weissburgundertrauben ernten Helfer im südbadischen Kaiserstuhl. Foto: Rolf Haid/Archiv
Die zu Rosinen ausgetrockneten und verschrumpelten Weissburgundertrauben ernten Helfer im südbadischen Kaiserstuhl. Foto: Rolf Haid/Archiv
Udenheim. Außergewöhnlich spät hat ein Winzer in Rheinhessen noch die letzten Trauben des vergangenen Jahrgangs gelesen. Der Most erreichte nahezu 180 Grad Oechsle - das Maß für den Zuckergehalt im Traubensaft, wie Winzer Roland Zaun in Udenheim (Kreis Alzey-Worms) am Donnerstag mitteilte. dpa

Das Mindestmostgewicht für eine Trockenbeerenauslese liegt bei 150 Grad Oechsle. Zuvor hatten der SWR und die „Allgemeine Zeitung“ über die späte Lese berichtet.

Die Lese der Silvaner-Trauben habe sich so lange hingezogen, „weil die Witterung noch zu gut war“, erklärte Zaun. Er habe die Parzelle ursprünglich für die Herstellung von Eiswein reserviert. Bei seiner Eisweinlese am 22. Januar sei er dann aber nicht mehr dazu gekommen und habe sich dann für die Trockenbeerenauslese entschieden. „So spät habe ich das noch nie erlebt.“

Kennzeichnend für Trockenbeerenauslesen ist eine hohe Restsüße - also noch nicht zu Alkohol vergorener Zucker. Mit sieben Prozent Volumengehalt Alkohol sind diese als edelsüß bezeichneten Spezialitäten in dieser Hinsicht deutlich leichter als andere. Da auch die Säure in den vertrockneten Trauben konzentriert erhalten bleibt, ermöglichen Trockenbeerenauslesen besonders intensive Aromen. Besonders gefragt sind diese Weine im Ausland; Liebhaber gibt es etwa in Japan und China.