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Extreme Hitze und Dürre halten in der Region Trier an

Wetter : Heißer als an der Costa del Sol

Trier bricht einen Temperaturrekord nach dem nächsten. Und weder eine fühlbare Abkühlung noch Landregen sind in Sicht.

Es kommt einem vor, als läge Gerolstein plötzlich an der Straße von Gibraltar, Ruwer an der Riviera und Kanzem an der Costa del Sol. Nur dass es hier noch viel heißer ist und das Meer fehlt. Die Tage sind so drückend schwül, dass man freiwillig drinnen bleibt, die Rollläden herunterlässt, Eis isst und das Leben auf den Abend verschiebt, wenn die Sonne weg ist und die Temperaturen unter die 30-Grad-Marke sinken.

„Hinter uns liegt das bisher heißeste Wochenende des Jahres“, sagt TV-Wetterexperte Dominik Jung. Am Sonntag gab es mit 38,6 Grad in Trier-Petrisberg einen neuen Höchstwert für 2020. In Trier-Zewen wurde mit 38,2 Grad sogar die höchste Augusttemperatur seit Beginn der Messungen registriert und das war laut Jung schon 1907. Bereits das bundesweite Temperatur-Maximum am Samstag war mit 38,2 Grad auf dem Trierer Petrisberg registriert worden.

Solche Rekorde könnte es für die Römerstadt nun öfter geben, nachdem der Deutsche Wetterdienst die Daten der umstrittenen Wetterstation Lingen nicht mehr veröffentlicht. Diese hatte nach Ansicht von Jung und anderen Meteorologen unrealistisch hohe Werte gemessen, die deutlich von denen umliegender Orte abwichen. In Trier hingegen, das gleich über zwei Messtationen verfügt, gibt es laut Jung keinen Zweifel an der Richtigkeit der Daten.

Auch die Nachtwerte lagen am Montagmorgen vielerorts deutlich über 20 Grad. „An einen erholsamen Schlaf ist da nicht zu denken“, sagt Jung, der für alle, die sich nach Abkühlung und Regen sehnen, keine guten Nachrichten hat. Denn: „Es bleibt sehr heiß.“

Kein Wunder, dass der Deutsche Wetterdienst für Saar- und Moseltal sowie Teile der Eifel am Montag eine Wetterwarnung herausgegeben hat. Sie lautet: „Hitzewarnung (extrem)“. Auch die UV-Strahlung und die Ozonwerte sind derzeit hoch. Ebenso wie die Gefahr von Wald- und Wiesenbränden. Nur da, wo Gewitterregen niedergingen, hat sich die Lage etwas entspannt.

Ob Menschen oder Pflanzen – alles lechzt derzeit nach Erfrischung und Abkühlung durch Wasser! So auch die Sonnenblume in Trier  (oben links) und die einsam aus dem trockenen Gras ragende Mohnblume in Merzig (rechts oben). Die anhaltende Trockenheit erhöht die Brandgefahr. Foto: dpa/Paul Zinken
10.08.2020, Rheinland-Pfalz, Trier: Ein Mann bewässert Pflanzen im Garten. Wegen der anhaltenden Trockenheit und Hitze rufen erste in Rheinland-Pfalz zum Wassersparen auf. Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa/Harald Tittel

Am Freitag soll es in der Region zwar kurzzeitig auf 27 bis 28 Grad „abkühlen“. Da der Tag jedoch sehr schwül werde, „fühlt sich das trotzdem nach über 30 Grad an“, sagt Jung. Hier oder dort sind lokale Hitzegewitter mit Hagel und Starkregen möglich. Der Landregen, den die Natur so dringend bräuchte, ist jedoch weiter nicht in Sicht. Viele Laubbäume werfen bereits ihre Blätter ab, Fichten haben dem Borkenkäfer nichts mehr entgegenzusetzen, das Gras ist verdorrt und Bauern sorgen sich um ihre Mais­ernte. Und schon ab Samstag klettern die Temperaturen wieder auf über 30 Grad.