Fans üben Zurückhaltung: Günter Ludolf ist in Würde beigesetzt

Fans üben Zurückhaltung: Günter Ludolf ist in Würde beigesetzt

Es kam, wie die Brüder es sich gewünscht hatten: Horst Günter Ludolf ist am Freitag in aller Stille beigesetzt worden. Rund 70 Familienangehörige und Freunde gaben dem durch die TV-Dokusoap „Die Ludolfs – Vier Brüder auf'm Schrottplatz“ zur Kultfigur avancierten 56-Jährigen das letzte Geleit auf dem Urbacher Friedhof. Hier liegen bereits seine Eltern und seine Schwester.

Nicht unter den Trauergästen war Bruder Peter – der „Meister des Haufenprinzips“, der wohl den engsten Kontakt zu dem Verstorbenen hatte und (häufig schlafend) viele Stunden im Stuhl neben Günter verbrachte. Wie Manni im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, wollte er seinen Schmerz lieber allein bewältigen. „Günter ist auch nie zu Beerdigungen gegangen“, ergänzte er.

Auch für Uwe war die Trauerfeier alles andere als leicht. „Solche Schmerzen habe ich noch nie im Herzen gehabt. Es war schlimm“, berichtete der Älteste der Brüder später. Bei aller Trauer zeigte er sich aber vom Ablauf der Beisetzung aber überaus angetan. Dass sich die Fans an die Bitte gehalten hatten, am Freitag nicht zu kommen, fand er „richtig stark“. „Daran sieht man, wie unsere Fans sind – wie eine Familie. Günter wäre so stolz“, sagte Uwe und wiederholte noch einmal, dass am heutigen Samstag dafür jeder Fan und Freund gerne gesehen ist.

Im Einklang mit seinem jüngeren Bruder versicherte er zudem, dass die Zeitspanne, in der sie persönlich die Beileidsbekundungen am Grab entgegen nehmen, bei Bedarf durchaus verlängert wird. Geplant ist bisher, dass die Fans zwischen 13 und 15 Uhr kondolieren können.

Doch zurück zur Trauerfeier: Geleitet wurde die Zeremonie vom evangelischen Pfarrer Rémy Sandmann, der sich nach Aussage der beiden Brüder mit seinen Worten selbst übertraf. Der Seelsorger hatte in der Predigt vor allem die Heimat- und Familienverbundenheit des Verstorbenen hervorgehoben und unterstrichen, dass dieser trotz allen Rummels stets authentisch geblieben war. Damit sprach er den Wesenszug an, der wohl der Hauptgrund für die Beliebtheit der Brüder ist. Das hatte auch dazu geführt, dass am Freitag ein Fan angereist war, um die Orgel zu spielen. Er hatte sich dafür vorher mit den Brüdern extra in Verbindung gesetzt.

Als Reminiszenz an Günters Vorliebe für Italien sang außerdem ein Solist in der Kapelle das berühmte „O sole mio“, bei dem selbst dem sonst äußerlich so gefassten Manni die Tränen kamen. „Da konnte ich sie einfach nicht mehr zurückhalten“, erzählte er, ehe die Trauergesellschaft zum Beerdigungskaffee ins „Alt Dernbach“ fuhr.

Prominente nahmen nicht an der Trauerfeier teil. Im Vorfeld war noch gemunkelt worden, dass die mit den Ludolfs befreundeten Bushido und Stefan Raab den Weg nach Urbach finden würden. Diese hatten es dann aber vorgezogen, schriftlich zu kondolieren, wie Uwe und Manni bestätigten. Ohnehin erreiche sie derzeit täglich „kistenweise“ Post. „Die durchzuschauen wird bis nächstes Jahr dauern“, war Uwe sicher. Aber natürlich werde jeder einzelne Brief gelesen, versicherte er: „Für uns sind alle Fans gleich. Ganz egal ob Promi oder Straßenkehrer. Wir sind ja selbst nur Schrotthändler und Mechaniker und wollen auch gar nichts anderes werden.“