Fest im Blick

Sie lassen nicht locker, die Mainzer. Die rechte Rheinseite fest im Blick, kämpfen die Landeshauptstädter unverdrossen um ihre ehemaligen Vororte Amöneburg, Kastel und Kostheim (AKK) jenseits des Stromes.

Seit 1945 währt der Disput um die Stadtteile, die von den US-Besatzern schnöde dem hessischen Wiesbaden zugeschlagen wurden, aber weiter ein "Mainz" im Ortsnamen tragen. In Abstimmung mit einem All-Parteien-Bündnis der Mainzer Bundestagsabgeordneten Rainer Brüderle (FDP), Michael Hartmann (SPD) und Ute Granold (CDU) sowie des Vereins "Vereintes Mainz" war Oberbürgermeister Jens Beutel nun nach Berlin gereist, um beim Bundestag eine erneute Initiative zur Rückgewinnung der alten Besitztümer zu starten. Doch Fraktionschefs wie Peter Struck (SPD), Guido Westerwelle (FDP) und Gregor Gysi (Die Linke) waren für eine Gesetzesinitiative nach dem Motto "Rechts des Rheins ist auch noch Mainz" nicht zu begeistern. Mit Wiesbadenern und Hessen ist über eine Volksbefragung seit jeher nicht zu reden. Beutel wurde lediglich empfohlen, auf eine Länderneugliederung zu setzen. Da drängt sich der Verdacht auf, dass die Hessen schon wieder insgeheim Stimmung gegen das Mainzer Ansinnen gemacht haben, bringen sie doch des Öfteren in der Fastnachtszeit (!) die Forderung nach einer Rückgliederung alter hessischer Gebiete, die heute in Rheinland-Pfalz liegen (also Mainz mit Rheinhessen), aufs Tapet. Der Gutenbergstadt wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als auf ein Bundesland Rheinland-Hessen zu warten - natürlich mit der Landeshauptstadt Mainz-Wiesbaden.

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