1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Fingerabdrücke: Konkreter Tatverdacht reicht aus

Fingerabdrücke: Konkreter Tatverdacht reicht aus

Die Polizei darf "aus präventiven Gründen" Fingerabdrücke von einem Tatverdächtigen nehmen. Das hat gestern das Trierer Verwaltungsgericht entschieden und damit die Klage eines 36-jährigen Mannes abgewiesen.

Trier. Bislang können die Ermittler einem 36-jährigen Mann aus Trier nichts nachweisen. Seit einem dreiviertel Jahr wird nun schon gegen den Familienvater ermittelt, weil er einen Drogenhandel eingefädelt haben soll. Auf die Fährte des Mannes kamen Rauschgiftfahnder über abgehörte Telefonate. Die anschließende Hausdurchsuchung bei dem Trierer förderte allerdings nichts strafrechtlich Relevantes zutage.

Trotzdem soll der Mann erkennungsdienstlich behandelt werden, will heißen: Die Polizei will Fotos von ihm machen und Abdrücke seiner Finger. Rein vorsorglich, wie es heißt, und wegen einer möglichen Wiederholungsgefahr.

Weil der nicht vorbestrafte Mann sich gegen diese Anordnung wehrte, landete der Fall vor dem Verwaltungsgericht. Ergebnis: Der Trierer muss die Prozedur über sich ergehen lassen, entschied der Vorsitzende Richter Uwe Goergen.

In der noch ausstehenden Begründung dürfte Goergen weitgehend der Argumentation des Trie rer Polizeipräsidiums folgen. Dessen Vertreterin, Oberregierungsrätin Anne Feldges, hatte die "Fingerabdruck-Anordnung" unter Verweis auf die Strafprozessordnung verteidigt. Sollte sich herausstellen, dass der Mann tatsächlich unschuldig sei, würden seine Fingerabdrücke und Bilder umgehend gelöscht.

Paul Greinert, der Rechtsanwalt des 36-Jährigen, bezeichnete die Anordnung dagegen als unverhältnismäßig. Bislang hätten die Ermittlungen gegen den Trie rer nichts ergeben. Der 36-Jährige selbst sagte, er habe "mit Drogen nichts am Hut".

Gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts kann noch ein Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt werden.