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Firma Theo Steil investiert sechs Millionen Euro in Metallschredder

Sechs Millionen Euro Investition : Trier bekommt den modernsten Metallschredder der Nation

Sechs Millionen Euro investiert die Trierer Firma Theo Steil in einen neuen Metallschredder. Weil der viel weniger Lärm macht, viel sauberer arbeitet, kein Wasser mehr verbraucht und Energie spart, fördert der Bund das Projekt mit einer Million Euro.

Da, wo im Trierer Hafen alte Fahrräder, rostige Wäschespinnen, Metallregale, Scharniere oder Bierdosen in kleine Metallteile zerschreddert werden, soll ab nächstem August eine der modernsten und innovativsten Anlagen der Bundesrepublik entstehen. Die Firma Theo Steil investiert in Trier nach Auskunft von Geschäftsführer Christian Satlow mehr als sechs Millionen Euro in eine neue Schredderanlage, die mit Technik ausgestattet wird, die es bisher in Deutschland so gar nicht gibt. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben mit rund einer Million Euro. Verfolgt der Schrott- und Metallgroßhandel doch das Ziel, Lärm- und Staubemissionen drastisch zu senken, sehr viel Wasser zu sparen und seinen CO2-Ausstoß um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Ein Pilotprojekt, das Menschen aus Trier-Pfalzel, -Ruwer oder Kenn freuen dürfte, wo viele sich – vor allem zu Beginn des Jahrtausends – um die Luftqualität gesorgt oder über Lärm aus dem Trierer Hafen beklagt hatten.

Alle fünf Jahre würden die Grenzwerte verschärft, erklärt Satlow, dessen Ziel es ist, Lärm und Schadstoffausstoß so stark zu senken, dass er sich auch um die Grenzwerte der Zukunft keine Sorgen mehr machen muss. „Wir wollen keine vielen kleinen Schritte machen, sondern einen sehr großen“, sagt der Geschäftsführer.

Die neue Schredderanlage wird komplett in eine Halle eingekapselt. Das sei bundesweit neuartig und gehe über den Stand der Technik hinaus, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Dank moderner Sensorik wird die Anlage energiesparend autonom laufen. So könne man auch dem Fachkräftemangel begegnen, sagt Satlow. Neben dem Gehäuse wird eine ungewöhnliche Ablufttechnik dafür sorgen, dass 73 Prozent weniger Staub ins Abgas gelangen. Laut Umweltministerium kommen bisher branchenweit nur „nasse Abscheidetechniken“ zum Einsatz, weil die Gefahr besteht, dass Staub verpufft und Filter Feuer fangen. Die Theo Steil GmbH will nun jährlich 1850 Kubikmeter Wasser sparen, indem sie die Luft trocken reinigt. Abgase werden dafür kontrolliert entzündet, zudem werde der Filter mit einer „innovativen Funkenlöschanlage“ ausgestattet, heißt es aus Berlin. Aktivkohle filtert dann die Schadstoffe aus dem Abgas, bis es sauberer ist denn je.