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Flüchtlingsunterkünfte überfüllt: In Trier werden Container aufgestellt

Flüchtlingsunterkünfte überfüllt: In Trier werden Container aufgestellt

Um die weiter steigende Zahl von Flüchtlingen zu bewältigen, werden demnächst in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier beheizbare Wohncontainer aufgestellt. Derzeit leben über 1000 Asylbewerber in Trier.

1217 Asylbwerber leben derzeit in Aufnahmeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz. 1038 davon in Trier, die restlichen in der Außenstelle der Aufnahmeeinrichtung in Ingelheim bei Mainz. Damit ist die Kapazität in Trier (regulär 1065 Plätze) fast erschöpft. Doch das Land rechnet in den nächsten Wochen mit weiteren Flüchtlingen. Sie kommen derzeit vor allem aus Syrien, Eritrea und Serbien. Daher sollen mehr Plätze für die Aufnahme von Asylbewerbern geschaffen werden. In Trier sollen weitere beheizbare, winterfeste Container für 100 Flüchtlinge aufgestellt werden. Bereits jetzt müssen 144 Asylbewerber in Wohncontainern leben. Anfang des Jahres wurde schon zusätzlicher Platz für 221 Flüchtlinge in einer ehemaligen Bundeswehrkaserne in Trier geschaffen.

Das Land wird in diesem Jahr wohl rund 9600 Asylbewerber aufnehmen, sagt eine Sprecherin des zuständigen Integrationsministeriums. Das seien rund 3900 Menschen mehr (plus 68 Prozent) als im vergangenen Jahr. 2013 wurden im Land insgesamt 5481 Anträge auf erstmaliges Asyl gestellt, bis Ende Juni waren es bereits 3329.

Um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, wurde die Verweildauer in den Aufnahmeeinrichtungen in Trier und Ingelheim von maximal drei Monaten auf rund sechs Wochen verkürzt. Danach werden die Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt. Die Verteilung erfolgt nach einem Schlüssel, der sich an den Einwohnerzahlen orientiert. Pro Monat und Asylsuchendem zahlt das Land der jeweiligen Kommune 502 Euro.

Der rheinland-pfälzische SPD-Landtagsfraktionschef Hendrik Hering schlägt vor, weitere alte Bundeswehrkasernen als Notunterkünfte herzurichten. Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) sagt, dass das nur möglich sei, wenn die Kasernen in gutem Zustand seien und möglichst nah an einem Ort lägen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) fordert, dass Asylsuchende schneller eine Arbeitserlaubnis erhalten sollen. Dies begrüßt die Trierer Industrie- und Handelskammer (IHK): "Wo Arbeitskräfte benötigt werden und der Bedarf nicht durch einheimische Bewerber gedeckt werden kann, gewinnen alle Seiten bei einer zeitigeren Arbeitserlaubnis", sagt Matthias Schmitt von der IHK.