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Verwirrung um angeblichen Rückzug der Iren
Flughafen-Chef: Ryanair wird weiter vom Hahn aus fliegen

FOTO: dpa / Thomas Frey
Lautzenhausen. Verwirrung um angeblichen Rückzug der Iren aus dem Hunsrück. Möglicherweise wird es weniger Flüge geben. Die Opposition fordert Klarheit vom Land.

Die Geschäftsführung des Flughafens Hahn dementiert, dass sich die irische Fluggesellschaft Ryanair ab April kommenden Jahres komplett aus dem Hunsrück zurückziehen wird. „Nach meinen Kenntnissen ist das völliger Unsinn“, sagte Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, der Deutschen Presse-Agentur. Er habe keine Hinweise, die darauf hindeuten. Eine Anfrage unserer Zeitung an Goetzmann und die Flughafen-Verwaltung blieb unbeantwortet. Von Ryanair selbst gab es allerdings weder ein Dementi noch eine Bestätigung. „Wir kommentieren keine Gerüchte oder Spekulationen“, sagte Ryanair-Sprecher Robin Kiely unserer Zeitung. Die Sommerflugpläne für 2019 „finalisieren wir derzeit“. Was das konkret für den Hahn bedeutet, sagte Kiely nicht. Die Allgemeine Zeitung in Mainz hatte berichtet, dass es konkrete Planungen für den kompletten Rückzug der Fluggesellsschaft vom Hahn gebe.

Fakt ist: Bereits jetzt können Flüge vom Hahn, der seit einem Jahr im Besitz der chinesischen HNA ist, für kommendes Jahr ab April gebucht werden, etwa ins spanische Reus, nach Mallorca oder Rom. Flüge nach London sind hingegen derzeit nur bis Ende März buchbar. Auffallend ist allerdings, dass viele der Flüge vom Hahn ab April erst vor- oder nachmittags starten. Der Luftfahrtexperte Christoph Brützel wertet dies als Indiz dafür, dass Ryanair womöglich ab dem kommenden Sommerflugplan keine Flugzeuge mehr auf dem Hahn stationiert. Der Flughafen wäre dann keine Basis mehr, und es würden dann auch keine dort stationierten Piloten und Flugbegleiter eingesetzt. Das glaubt auch Cord Schellenberg, Luftfahrt­experte aus Hamburg. Er gehe nicht davon aus, dass sich Ryanair komplett vom Hahn zurückziehe, sagte Schellenberg unserer Zeitung.

Ryanair hat bereits angekündigt, auch andere Basen aufzugeben. So sollen die in Bremen und im niederländischen Eindhoven ab November geschlossen werden, die im italienischen Alghero im kommenden Sommer.

Die Opposition im rheinland-pfälzischen Landtag reagierte besorgt auf einen möglichen Rückzug von Ryanair vom Hahn. Der rheinland-pfälzische AfD-Fraktionschef Uwe Junge warnte vor einer möglichen Gefährdung der Arbeitsplätze am Hahn. CDU-Fraktionschef Christian Baldauf verlangt Klarheit von der Landesregierung, „wie es am Hahn weitergeht“. Wenn nicht sichergestellt sei, ob der Flugbetrieb aufrechterhalten werde, fordere die CDU die Einstellung von Zahlungen des Landes an den Hahn. Das Land habe weiterhin ein großes Interesse am Erfolg des Flughafens im Hunsrück, sagte ein Sprecher des Inneministeriums. Deshalb sei bereits im laufenden Doppelhaushalt für alle finanziellen Zusagen des Landes Vorsorge getroffen worden. Das Land hat zugesagt, HNA bis zum Jahr 2024 mit bis zu 75 Millionen Euro bei Investitionen, Betriebs- und Sicherheitskosten zu unterstützen.

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