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Flughafen-Hahn-Bieter wehrt sich gegen Ausbootung: Land wirft chinesischen Investor raus

Flughafen-Hahn-Bieter wehrt sich gegen Ausbootung: Land wirft chinesischen Investor raus

Bis Januar will das Land einen Vertrag mit einem Hahn-Käufer unterzeichnen. Um die Bieter für den Flughafen gibt es nun neuen Wirbel – und auch um die Kosten an die Wirtschaftsprüfer.

Den Flughafen Schwerin-Parchim hat Jonathan Pang gekauft, auf den Hahn muss der chinesische Logistikunternehmer offenbar verzichten. Das Land hat dem Bieter für den Hunsrück-Flughafen einen Korb gegeben. Das bestätigt Thomas Heiler, Geschäftsführer des Rüsselsheimer Frachtvermittlers Cargo Movers, der mit Pang zusammenarbeitet. Heiler sagt, der Schritt sei "nicht nachvollziehbar". Ein bindendes Angebot habe man noch nicht abgegeben. "Wir werden prüfen, was wir tun können, um wieder als Bieter im Rennen zu sein oder unsere Investitionskosten zu refinanzieren."

Diese sollen deutlich im fünfstelligen Bereich liegen. Heiler sagt, das Unternehmen sei in den Vorbereitungen zu mündlichen Verhandlungen unter Zeitdruck gesetzt worden. Ein Vertragsentwurf des Landes habe vorgelegen, dieser sei aber auf Deutsch verfasst gewesen und nicht auf Englisch für die internationalen Partner. Dazu habe es Probleme beim Zugang zum Datenraum gegeben, der Aufschluss über wichtige Dokumente zum Hahn gibt. "Sieben Tage reichen nicht aus, den Vertrag zu übersetzen, ihn rechtlich, steuerlich und unternehmerisch unter die Lupe nehmen zu lassen und dann noch selber zu checken", sagt Heiler.

Ein Sprecher des Innenministeriums betont, er könne zu Verhandlungen nichts sagen. Dennoch bleibt es bei drei Bietern für den Hahn, weil ein Interessent sein Angebot aufbesserte. Als Favorit gilt die pfälzische ADC mit ihrem chinesischen Partner HNA, mit der es kommende Woche Verhandlungen geben soll. Ebenso zu den Kandidaten zählen nach TV-Informationen das amerikanisch-chinesische Konsortium Henan American Machinery und die MG Holding aus Kasachstan. Kurios: Einer der Bieter soll nach Angaben von Wirtschaftsberater Martin Jonas Beziehungen zu einer Persönlichkeit in der Dimension des designierten US-Präsidenten Donald Trump haben. CDU-Fraktionsvize Alexander Licht (Brauneberg) hält es für denkbar, dass es sich dabei um den kasachischen Staatschef Nursultan Nasarbajew handelt.

In den Fokus rücken ebenso Zahlungen des Landes an Wirtschaftsprüfer der KPMG. Den Vertrag lösten beide im November auf, der gescheiterte Verkauf im Sommer brachte Ärger auf beiden Seiten. 6,69 Millionen Euro hat das Land der KPMG insgesamt bezahlt. Beobachter in Mainz sagen, dass die Berater noch Honorare für Oktober und November in Rechnung stellen können - und die Summe dann erneut um einen sechsstelligen Betrag steigt. Die CDU will nun alle Berater-Rechnungen einsehen. Das fordert Gerd Schreiner, der finanzpolitische Sprecher. Man wolle wissen, wie Aufgaben, Arbeitsstunden, Kosten und Spesen formuliert waren - und wie die Regierung diese Angaben überprüft hat.