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Flughafen Hahn in Nöten: Größter Frachtkunde plant Rückzug

Flughafen Hahn in Nöten: Größter Frachtkunde plant Rückzug

Wohin steuert der Flughafen Hahn? Angeblich will die russische Fluggesellschaft Aeroflot ihre Frachtflüge vom Hahn einstellen. Das wäre der dritte Frachtflieger, der in diesem Jahr den Hunsrückflughafen verlässt.

Frachtflug galt bislang als eines der Standbeine für den angeschlagenen Flughafen Hahn. Doch genau wie die Passagierzahlen befindet sich die Fracht seit Monaten im Sinkflug. Im ersten Quartal wurden 44.869 Tonnen umgeschlagen. Das sind gut elf Prozent weniger Fracht als im gleichen Zeitraum 2012. Und die Zahlen könnten noch weiter zurückgehen. Denn laut Branchenmedien will die russische Fluggesellschaft Aeroflot im Juli ihren Frachtflug vom Hahn über Moskau nach Asien einstellen. Eine Bestätigung der Fluggesellschaft, die für gut die Hälfte des Frachtgeschäftes auf dem Hahn sorgt, gibt es bislang nicht. Eine Flughafensprecherin sagte unserer Zeitung, eine Entscheidung gebe es noch nicht. "Dass ein Unternehmen strategische Überlegungen anstellt, ist selbstverständlich." Die Flughafengesellschaft stehe im engen Kontakt mit Aeroflot, bestätigte auch ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Infrastrukturministeriums.

Der Weggang von Aeroflot wäre ein herber Schlag für den Hahn. Im Mai hatte der auf dem Hunsrückflughafen beheimatete Frachtflieger Air Cargo Germany (ACG) Insolvenz angemeldet. Damit ging bereits eine der größten Frachtgesellschaften des Hahn verloren, die der Flughafengesellschaft zudem noch fünf Millionen Euro schuldig blieb. Bereits im Januar hatte die arabische Frachtfluggesellschaft Etihad Airways den Hahn verlassen.
Es sei ein Fehler gewesen, Frachtflug als zweites Standbein für den Hahn zu etablieren, sagteder Luftfahrtexperte Christoph Brützel dem TV. Frachtflug lohne sich nur an großen Drehkreuzen wie etwa Frankfurt, Paris oder London. Trotzdem habe noch nicht das "Totenglöcklein" für den Hahn geläutet. Der Flughafen müsse sich nun verstärkt um Passagierflüge, dabei vor allem um Ferienflieger, kümmern und diesen Bereich ausbauen. Die Landesregierung hat zur Rettung des Hahn zusätzlich 80 Millionen Euro bewilligt.