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Flughafen Hahn: Insolvenzverfahren ist eröffnet

Luftverkehr : Flughafen Hahn: Wie lange reicht das Geld noch aus?

Es ist offiziell: Das Insolvenzverfahren über den Flughafen Hahn ist eröffnet worden. Zunächst hat das keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb. Wie es weiter geht am Hunsrück-Flughafen, ist aber offen. Mittlerweile sind neue Details bekannt.

Das Landgericht Bad Kreuznach hat nun offiziell das Insolvenzverfahren über den Flughafen Hahn eröffnet. Das teilte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Jan Markus Plathner mit. Seit Oktober lief ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Dabei ging es in erster Linie darum, herauszufinden, wie die finanzielle Lage des Flughafens ist und ob genügend Geld da ist, die Forderungen und laufenden Kosten zu begleichen.

Wie aus den Insolvenzbekanntmachungen hervorgeht, betrifft das Insolvenzverfahren insgesamt fünf Gesellschaften am Flughafen Hahn. Neben der Betreibergesellschaft Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH ist auch die HHN Airport Technology GmBH, die HHN AviatioNB Security GmbH, die HNA Airport Group GmbH und die HNA Airport Services GmbH. Geschäftsführer all dieser Gesellschaften ist Hexin Wang. Der Chinese war Präsident des chinesischen Konsortiums HNA, das 2017 Mehrheitseigner des Hahn wurde. HNA hatte für rund 15 Millionen Euro die Anteile des Landes Rheinland-Pfalz (82,5 Prozent) erworben. Die restlichen Anteile liegen weiter bei Hessen.

Im Januar vergangenen Jahres hatte der chinesische Mutterkonzern HNA die Insolvenz angemeldet. Die Schulden sollen sich auf 150 Milliarden Euro belaufen haben. Die Unternehmensgründer Chen Feng und Chef Tan Xiangdong wurden festgenommen. Mittlerweile ist der Konzern in vier Teile aufgeteilt und zwar in die Geschäftsfelder Flugverkehr, Flughäfen, Handel und Finanzen. HNA wurde1993 gegründet. Durch immer mehr Zukäufe im Ausland wuchs der Konzern sehr rasch. Zeitweise gehörten dem Konzern Teile der Hotelkette Hilton und der Deutschen Bank.

Betrieb kann weitergeführt werden

Durch sofort eingeleitete Sanierungsmaßnahmen sei sichergestellt worden, dass der Betrieb zunächst weitergeführt werden könne, ließ Plathner mitteilen. Derzeit läuft der Flugbetrieb weiter. Die irische Fluggesellschaft Ryanair will sogar ihr Angebot im Sommerflugplan auf dem Hahn erhöhen. Plathner zeigt sich vorsichtig optimistisch, was die Zukunft des Hunsrück-Flughafens angeht. „Wir müssen prüfen, wie lange der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Dies wird nicht zuletzt davon abhängen, wie viel Unterstützung wir von allen Beteiligten bekommen“, so der Insolvenzverwalter.

Hinsichtlich der Investorensuche sagte er, dass bis Ende Januar erste Angebote eingegangen seien, die derzeit ausgewertet würden. Angaben zu möglichen Investoren machte er nicht.