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Fluglärm in der Nacht: Wenn es über der Region Trier laut wird

Ukraine-Krieg : Fluglärm in der Nacht: Wenn es über der Region laut wird

Viele Menschen in der Region stören sich derzeit an Fluglärm in der Nacht, der sie aus dem Schlaf reißt. Auch auf Facebook wird das Thema aktuell diskutiert. Was steckt hinter den lauten und länger andauernden Flugzeug-Geräuschen?

Derzeit kommt es vermehrt zu Beschwerden wegen Fluglärm von Militärflugzeugen über der Region Trier. Mehrere Leser hatten sich an unsere Redaktion gewandt und klagten über den nächtlichen Fluglärm. Ein TV-Leser berichtete vor zwei Wochen: Ein „großes Flugzeug“ sei (Ende April) gegen 3.30 Uhr, „sehr tief über Feyen geflogen“. An Schlaf sei danach nicht mehr zu denken gewesen. Eine weitere Leserin schreibt: „Seit mehreren Tagen wird meine Familie spätabends und nachts durch Fluglärm gestört.“

Auch in den sozialen Netzwerken führt der Fluglärm aktuell zu Diskussionen. Nutzer berichten dort von Lärm über Trier – auch in der Nacht.

Luftfahrtamt der Bundeswehr: Mehr NATO-Flüge wegen Ukraine-Krieg

Laut eines Sprechers des Luftfahrtamtes zeigten die Radardaten vom 25. April 2022 Flugbetrieb durch die U.S. Air Force: „Aus östlicher Richtung kommend wurde der Nordwesten von Trier überflogen, im Anflug auf die Air Base Spangdahlem.“ Dass es Ende April verstärkt zu militärischen Flügen kam, hänge mit dem Ukraine-Krieg zusammen: „Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die NATO ihre Präsenz in den östlichen Mitgliedstaaten in den vergangenen Wochen verstärkt. Mit der damit verbundenen Erhöhung des Flugaufkommens zur/von der NATO-Ostflanke kann eine verstärkte Wahrnehmung der Flüge einhergehen.“ Wegen der veränderten sicherheitspolitischen Lage könne man jedoch keine näheren Auskünfte zu Art und Umfang der Flugbewegungen geben.

Ein Grund für stärkeren Fluglärm könnte Ende April auch die Ukraine-Konferenz in Ramstein gewesen sein: Auf Einladung der USA berieten dort jüngst Vertreter zahlreicher Länder auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz über den Ukraine-Krieg. Zur Konferenz auf der größten US-Airbase außerhalb der Vereinigten Staaten hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin rund 40 Staaten eingeladen. Aufgrund der Anreise zahlreicher Vertreter kam es deshalb zu einem erhöhten Flugaufkommen, wie eine Sprecherin der deutschen Flugsicherung mitteilte.

Bürgerinitiative sammelt Flugdaten zu Nachtflügen

Auch eine weitere Karte zeigt Flugbewegungen über Trier. Die „Bürgerinitiative gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung“ sammelt nämlich Flugdaten des sogenannten Flugraumes „TRA Lauter“, um festzuhalten zu welchen Zeiten Flugzeuge unterwegs sind.

So zeigt der Blick auf die Aufzeichnungen von letzter Nacht (8. auf 9. Mai) mit Hinzuziehung der Daten von Flugbewegungsportalen, welche Flugzeuge unter 3000 Metern unterwegs waren. Den Daten der Bürgerinitiative zufolge flog etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht ein Ryanair-Flugzeug auf dem Weg vom portugiesischen Porto zum Flughafen Hahn - ein regulärer Linienflug sonntagabends - über Konz hinweg südlich an Trier vorbei, bevor die Maschine auf Höhe des Erbeskopfes zum Hahn abdrehte. Kurz davor überflog ein Frachtflugzeug der luxemburgischen CargoLux die Moselstadt Richtung Nordosten, Ziel Ostasien. Aber auch eine US-amerikanische Transportmaschine vom Typ Boeing C17 steuerte gegen 2:38 Uhr an Traben-Trarbach, Morbach und Hermeskeil vorbei Richtung Pfalz - dort liegt die US-Air-Base Ramstein.

Den Hunsrück-Airport steuerte hingegen die US-amerikanische Frachtfirma Atlas Air gleich zwei Mal in der Nacht an - Startpunkt war laut Angaben von Flugbewegungsportalen im Internet in einem Fall ein US-Militärflughafen in Texas, in einem weiteren ein ziviler Flughafen an der Ostküste. Um 0:28 und kurz vor 2 Uhr nachts landeten die Maschinen auf dem Hahn und überflogen im Landeanflug die Mosel und Morbach.