Forscher auf Demografiekonferenz: Nicht jeder Ort hat eine Zukunft

Forscher auf Demografiekonferenz: Nicht jeder Ort hat eine Zukunft

Auf 320 Veranstaltungen von 200 Organisationen diskutiert Rheinland-Pfalz in dieser Woche die Folgen des demografischen Wandels. Zum Auftakt forderte Sozialminister Alexander Schweitzer in der Europäischen Rechtsakademie in Trier gesellschaftliches Engagement von allen Seiten ein.

Eine "vergleichbare Veranstaltungsreihe", so der Sozialminister, habe es im Land noch nicht gegeben. Ziel sei es, "die ohnehin hohe Sensibilität der Rheinland-Pfälzer" in Sachen Demografie "noch zu steigern". Die Folgen des demografischen Wandels seien "nicht am Kabinettstisch zu lösen", Bürger und Wirtschaft müssten in diesem Prozess aktiv mitwirken. Schweitzer sprach in Vertretung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die kurzfristig zu Koalitionsverhandlungen nach Berlin reisen musste.

Im Mittelpunkt der fünfstündigen Veranstaltung in der Rechtsakademie stand ein Vortrag des Wissenschaftlers Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Er mahnte nachdrücklich an, sich auf die gravierenden Folgen der Bevölkerungsentwicklung einzustellen. Sie werde "erhebliche Veränderungen mit sich bringen, und auch Verzicht".

Nicht jedes Dorf habe dabei eine Zukunft. Man müsse entscheiden, wo noch investiert werden solle und wo nicht. Überhöhte Standards und Ansprüche müssten "den Schrumpfungsbedingungen angepasst werden". Kröhnert regte sogar an, einen Fonds für den "Rückbau von Dörfern" nach ostdeutschem Vorbild aufzulegen.

Vorschläge mit reichlich Zündstoff, über die jedoch bei der Eröffnungsveranstaltung nicht diskutiert wurde. Stattdessen durften Kommunalpolitiker gelungene Beispiele für Demografie-Projekte vor Ort vorstellen und etliche Organisationen ihre Projekte in einem Markt der Möglichkeiten präsentieren.

Mit dem Ende der Konferenz fiel der Startschuss für die weiteren Veranstaltungen. Allein in der Region Trier stehen bis Freitag 32 Workshops, Besichtigungen, Gesprächsrunden, Informationsfahrten, Vorträge und Aktionen auf der Agenda.

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