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Forstministerin Klöckner lobt Nachhaltigkeitsprämie für den Wald aus

Forstwirtschaft : Waldbesitzer können beim Staat Hilfen beantragen

Weil viele Wälder stark geschädigt sind, fördert der Bund Waldbesitzer mit einer Prämie. Die Vorraussetzung: Die Fläche muss nachhaltig bewirtschaftet werden.

  500 Millionen Euro stellt das Haus von Bundesforstministerin Julia Klöckner bereit, um gebeutelte  Forstbetriebe zu unterstützen. Nach drei Dürrejahren in Folge ist der deutsche Wald stark geschädigt. Die Bäume litten unter Dauerstress. Stürme, Dürre, und ein massiver Befall des Borkenkäfers haben ihnen bedrohlich zugesetzt. Und nicht nur den Pflanzen – den Waldbesitzern auch. Ihre geschädigten Waldflächen müssen sie teuer räumen und wiederbewalden. Die Holzpreise jedoch sind – verstärkt noch durch die Corona-Pandemie – stark gesunken. „Viele Waldeigentümer haben durch die Waldschäden und Verwerfungen auf dem Holzmarkt starke wirtschaftliche Schäden erlitten. Es fehlt ihnen an Liquidität“, heißt es aus  Klöckners Haus.

Das Bundeswaldministerium habe daher mit der Großen Koalition erstmals eine Nachhaltigkeitsprämie für den Wald entwickelt: 500 Millionen Euro, um die Waldeigentümer direkt zu unterstützen. Diese Hilfen können ab Ende der Woche abgerufen werden – die Förderrichtlinie wird am Freitag im Bundesanzeiger veröffentlicht.  

Voraussetzung für den Erhalt der Prämie ist eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung der Waldfläche nach den Programmen PEFC oder FSC. Die Zertifizierung kann bis zum 30. September 2021 nachgereicht werden. Eine Auszahlung der Prämie erfolgt, wenn die Zertifizierung vorliegt.

Und so funktioniert das neue Hilfsprogramm: Die Nachhaltigkeitsprämie beträgt 100 Euro pro Hektar und richtet sich an private und kommunale Waldbesitzer, die mindestens einen Hektar Waldfläche besitzen. Anträge können sowohl natürliche als auch juristische Personen bis zum 30. Oktober 2021 stellen. Die Antragstellung erfolgt in einem Online-Formular auf der Webseite www.bundeswaldpraemie.de

Die Auszahlung der Prämie muss bis Ende 2021 abgeschlossen sein, da es sich um Mittel aus dem Corona-Konjunkturprogramm handelt.

„Mit der Nachhaltigkeitsprämie geben wir den Wäldern und der Forstwirtschaft eine Perspektive in schweren Zeiten. In der Großen Koalition haben wir uns entschieden, dass in Wald investiertes Geld gut angelegt ist“, sagt Klöckner. Denn es seien Forstwirte und Waldbesitzer, die den Wald erhalten und an den Klimawandel anpassen. „Sie leisten viel für den Klimaschutz, haben durch den Klimawandel jedoch nun selbst erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten, sind teilweise in der Existenz bedroht. Ihnen greifen wir mit der Prämie unter die Arme – nach klaren Nachhaltigkeitskriterien.“

Die Nachhaltigkeitsprämie ist laut Forstministerium ein Teil des Corona-Konjunkturpakets „Wald & Holz“ in Höhe von insgesamt 700 Millionen Euro.

Die restlichen 200 Millionen Euro sind vorgesehen für Investitionen in die moderne Forst- und Holzwirtschaft und um das Bauen mit Holz zu fördern. Bereits Anfang November wurde aus diesen Mitteln ein Programm in Höhe von 50 Millionen Euro gestartet, mit dem Investitionen in IT-Hard- und Software, Maschinen, Geräte, Anlagen und Bauten, die in der nachhaltigen Forstwirtschaft und der mobilen Holzbearbeitung zum Einsatz kommen, gefördert werden.

Die Nachhaltigkeitsprämie und das Investitionsprogramm ergänzen die bereits vom BMEL und den Ländern auf den Weg gebrachten Hilfen für den Wald im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) in Höhe von rund 800 Millionen Euro. Davon entfällt der Löwenanteil mit 478 Millionen Euro auf den Bund. „Die GAK-Hilfen werden sehr gut angenommen und kommen auf der Fläche an, reichen aber angesichts der massiven Waldschäden nicht aus“, teilt Berlin mit.