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(Fotos, Video) Unwetter in der Region: Keller laufen voll, Straßen gesperrt, Bahngleis blockiert

(Fotos, Video) Unwetter in der Region: Keller laufen voll, Straßen gesperrt, Bahngleis blockiert

Keine Ruhepause hat die Feuerwehr am Samstag erlebt. Schwere Regenfälle sorgten in weiten Teilen der Region Trier für überfüllte Keller und umgestürzte Bäume. Bei Ralingen ist eine Bundesstraße gesperrt, die Bahnstrecke von Trier nach Gerolstein war mehrere Stunden lahm gelegt.

 Überflutete Straßen in Welschbillig: Dieses Foto hat TV-Leserin Melanie Joyner uns geschickt.
Überflutete Straßen in Welschbillig: Dieses Foto hat TV-Leserin Melanie Joyner uns geschickt. Foto: Melanie Joyner

Starker Regen sorgt in der gesamten Region für vollgelaufene Keller, umgeknickte Bäume, überflutete Straßen und Verkehrsprobleme.

Besonders die Verbandsgemeinde Trier-Land erwischte es heftig. Zwischen Kordel und Daufenbach blockierte ein umgestürzter Baum die Gleise der Strecke Trier-Gerolstein, heißt es von der Feuerwehr. Zwei Stunden lang sei die Strecke am Nachmittag gesperrt gewesen. Nach wie vor gesperrt ist die Bundesstraße 418 bei Ralingen, auf der Strecke von Olk in Richtung Wintersdorf. Ein Bach lief auf die Straße über und beschmutzte diese mit Geröll. Sandsäcke sollten verhindern, dass das Wasser weiter auf die Straße vordringt. Die Fahrbahn muss gesäubert werden. Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Strecke erst ab Montag wieder befahrbar sei.

Außerdem standen viele Keller unter Wasser. Wie in Welschbillig. Der Bach, der durch den Ort verläuft, entwickelte sich wegen des starken Regens zum reißenden Strom. Straßen wurden überflutet. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um die Wassermassen in den Griff zu bekommen.

In Kunkelborn wurde durch die Wasserfluten eine Straße halbseitig weggespült. Anwohner versuchten mit ihrem Traktor, die Straße von Geröllmassen zu befreien. Auch in Kordel waren Straßen überschwemmt. Verletzte gab es nicht. Jürgen Cordy, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Trier-Land, berichtet von 56 Einsätzen über den Tag. Immerhin: "Wir haben keinen Fall, wo das Wasser bis in den Wohnbereich oder in ein Gebäude wie den Kindergarten vorgedrungen ist." Bei einer Schreinerei in Welschbillig sei der Keller überschwemmt worden. "Der Produktionsbereich ist von dem Wasser zum Glück aber nicht betroffen."

Für den Eifelkreis Bitburg-Prüm meldete die Feuerwehr bis zum Abend 26 Einsätze, zu denen sie ausrücken musste. Wehrleiter Jürgen Larisch berichtet auch hier von überschwemmten Kellern und übergelaufenen Bächen. In Bettingen und Mettendorf standen auch Straßen unter Wasser.

Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und anderen Organisationen waren im Einsatz.

Zug entgleist, Lokführer schwer verletzt

Und auch in anderen Regionen von Rheinland-Pfalz stellte das Wetter viele Menschen vor große Probleme. Der am Samstag entgleiste Regionalzug bei Bacharach am Rhein ist komplett geborgen worden. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die Unfallstelle seit Sonntagmorgen geräumt. Die ganze Nacht waren Bergungskräfte im Einsatz, um den kaputten Triebwagen mit einem Kran aus dem Gleisbett auf einen Tieflader zu hieven. Danach wurden die Waggons mit einer Ersatzlok weggefahren. Am Sonntag begutachten Experten den Schaden an den Gleisen und an der Oberleitung. Die für den Fernverkehr wichtige linksrheinische Bahnstrecke blieb hier vorerst weiter gesperrt. Auch die Bundesstraße 9 zwischen Oberwesel und Bingen war am Sonntag noch blockiert. Am Samstag war der Zug wegen Gerölls auf den Gleisen infolge Starkregens entgleist. Zehn Menschen, darunter der Lokführer, wurden verletzt.Erst vor rund einem Monat war ein Regionalzug auf dem Weg nach Trier zwischen Hatzenport (Kreis Mayen-Koblenz) und Moselkern (Kreis Cochem-Zell) nach einem Erdrutsch infolge eines heftigen Unwetters an der Mosel entgleist. Dabei wurde niemand verletzt.

Überfluteter Hunsrück-Ort

Die Regenfälle haben auch den Hunsrück-Ort Stromberg am Freitag in ein Klein-Venedig verwandelt.  Bei einem Unwetter hat sich hier der sonst so harmlose Welschbach in einen reißenden und über die Ufer tretenden Fluss verwandelt. Das Wasser steht teils zwei Meter hoch in Stromberg. Etwa 60 Gebäude werden überflutet. 30 Anwohner sind zunächst in ihren Häusern eingeschlossen. Sie mussten mit Booten gerettet werden. Der Gesamtschaden könnte eine sechs- oder siebenstellige Höhe erreichen. Verletzte gibt es nach Angaben vom Krisenstab des Kreises Bad Kreuznach aber nicht.

Am Samstagnachmittag sind erneut heftige Gewitter und Regen über den Hunsrück hinweggezogen. In Orten wie Dickenschied, Gemünden und Simmern (Rhein-Hunsrück-Kreis) liefen Keller voll Wasser. In einigen Häusern erreichten die Fluten auch das Erdgeschoss, wie die Polizei in Simmern mitteilte. Die Bundesstraße 421 und einige Landstraßen wurden überflutet und gesperrt.