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Französisches Atomkraftwerk Cattenom bleibt wohl noch lange am Netz

Französisches Atomkraftwerk Cattenom bleibt wohl noch lange am Netz

Der französische Energiekonzern EDF plant, seine bestehenden Atomkraftwerke durch neue Reaktoren zu ersetzen, die 60 Jahre am Netz bleiben sollen. EDF schließt das Kraftwerk Cattenom nicht von einer solchen Erneuerung aus.

Bleibt das Kernkraftwerk Cattenom noch über 60 Jahre am Netz? Ausgeschlossen scheint das nicht. Zum einen will der Betreiber, der französische Energiekonzern EDF, die bestehenden Reaktoren ab 2028 durch neue Druckwasserreaktoren ersetzen. EDF-Chef Jean-Bernard Lévy spricht von insgesamt etwa 30 bis 40 neuen Reaktoren. EDF schließt Cattenom offenbar nicht kategorisch von einer solchen Erneuerung aus.

Davor investiert der Konzern aber noch 50 Milliarden Euro in die Instandhaltung der insgesamt 58 zu Teil veralteten Atomkraftwerke in Frankreich. Auch in Cattenom steht ab kommendem Jahr eine Generalüberholung an, bei der auch die bei dem Stresstest nach der Atomkatastrophe von Fukushima aufgedeckten Mängel beseitigt werden sollen. Eine solche Generalüberholung ist für alle Atomkraftwerke in Frankreich alle zehn Jahre vorgesehen.

Nach der Generalüberholung aller vier Reaktoren in Cattenom, die 2022 abgeschlossen sein soll, kann das Kraftwerk in Lothringen weitere zehn Jahre am Netz bleiben, also bis 2032. Zunächst sollten die französischen Atomkraftwerke nicht länger als 40 Jahre in Betrieb bleiben. Der erste Reaktor in Cattenom ging 1986 ans Netz. Doch EDF hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, die Laufzeit des Kraftwerks auf 60 Jahre zu verlängern.

Mit einer Erneuerung der Reaktoren würde sich die Laufzeit noch mal deutlich erhöhen. Die Grünen-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Energieministerin Eveline Lemke, forderte erneut, Cattenom sofort vom Netz zu nehmen: Das Kraftwerk sei eine "echte Zeitbombe.