Ganz nah dran

KONZ/KAISERSLAUTERN. Die Auswahl ist getroffen. 15 000 freiwillige Helfer schieben während der Fußball-Weltmeisterschaft Dienst, 1100 von ihnen in Kaiserslautern. Für die Helfer in der Pfalz ist am heutigen Freitag mit einem Treffen WM-Auftakt. Besonders gut getroffen hat es der Konzer Patrick Herres, der als Zuschauereinweiser ganz nah dran sein wird.

Er ist, was gemeinhin als "eingefleischter Fan" bezeichnet wird. Patrick Herres, 22 Jahre alt, fiebert von Kindesbeinen an mit dem 1. FC Kaiserslautern. Bei Heimspielen auf der Westtribüne des Fritz-Walter-Stadions, aber auch bei Auswärtsspielen. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist er auch in Kaiserslautern - jedoch nicht als Fan, sondern bei den fünf WM-Partien auf dem Betzenberg als Ansprechpartner für die Fans. Freiwilliger Helfer im Zuschauerservice wird der gebürtige Trierer sein, der in Konz-Oberemmel lebt. "Es ist super, direkt im oder am Stadion sein zu können. Da bekomme ich bestimmt viel von der Atmosphäre mit. Vielleicht sehe ich auch was von den Spielen." Herres hofft, viele Leute aus verschiedenen Ländern kennen zu lernen. Das war auch die Motivation, warum er sich bereits Ende 2004 bewarb. Der Spieler in der zweiten Mannschaft des SV Oberemmel wird ganz nah dran sein im Fritz-Walter-Stadion, seinem "zweiten Wohnzimmer". Der Bankkaufmann sieht sich gut gerüstet für die Aufgabe, Zuschauern den richtigen Weg zu weisen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Als ehemaliger Jugendtrainer beim SV Oberemmel und Ordner bei den Erstliga-Handballerinnen der DJK/MJC Trier in der Wolfsberghalle ist er firm im Umgang mit Menschen. Außerdem sind ihm die Sprachen Englisch und Französisch sehr gut vertraut. Was er sich noch aneignen muss, erfährt er vielleicht schon am heutigen Freitag. Dann treffen sich in Kaiserslautern die 1100 für die WM-Spiele auf dem Betzenberg ausgewählten freiwilligen Helfer. Auf dem Programm in der Barbarossahalle steht ein rund 90-minütiger so genannter "Volunteer Kick-Off" (Anstoß für die Ehrenamtlichen) mit einem Mix aus Moderation, Einspielfilmen, Unterhaltung und Talkrunden mit Gästen aus Sport, Politik und Gesellschaft. Beim Treffen wird wohl auch Maß genommen für die Kleidung, die jeder Helfer gestellt bekommt. In die heiße WM-Vorbereitungsphase geht es für Herres am 2. Juni, wenn er in einer kleinen Gruppe nochmals intensiv geschult wird. Die erlösende Post mit der Zusage bekam Herres fast ein Jahr nach seinem Bewerbungsgespräch. Für den WM-Einsatz muss er sechs Tage Urlaub nehmen. "Den habe ich von meiner Bank spontan zugesagt bekommen - und ich opfere die Tage gerne für die WM." Besonders freut er sich auf die Vorrundenpartie Italien - USA. Und im Achtelfinale Brasilien? "Das wäre sicherlich der Knüller."