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Garten: Selbstversorgung mit Obst und Gemüse - Richtig Mulchen

Selbstversorger-Kolumne „Ach du meine Gurke!“ : Richtig mulchen: Schwerer als man denkt

In ihrer Kolumne „Ach du meine Gurke!“ berichtet Katharina de Mos über ihre Erfahrungen im Selbstversorgergarten. Heute: So mulcht man richtig.

Wer nicht gärtnert, hat keine Idee, worüber Ehepaare hitzig debattieren können. Mein Mann und ich, wir waren uns einig, wirklich einig, dass wir unsere Beete mulchen – also mit einer Schicht aus organischem Material bedecken – wollen.  Schließlich liegt unser Garten in einem ehemaligen Weinberg, wo es noch heißer und trockener wird als andernorts. Natürlich wollen wir unsere Pflanzen und den Boden da vorm Austrocknen schützen. Und wer hat bei der Hitze schon Lust, täglich mit Gießkannen rumzuflitzen oder Unkraut zu jäten? Mulchen bremst die Verdunstung, schützt das Bodenleben, unterdrückt Wildkräuter und aus lauter Dankbarkeit lockern die Würmchen den Grund dann schön auf, der durch den Mulch zudem peu à peu mit organischem Material versorgt wird. So weit, so super! Aber womit soll man mulchen?

Mit Rasenschnitt? Das ist zwar günstig und versorgt den Boden mit Nährstoffen, legt man das Gras zu dick aus, drohen aber faulige Platten. Außerdem trägt man sich so womöglich unerwünschte Samen ins Beet.

Mit Rindenmulch? Der sieht zwar gut aus, aber wenn man ihn zu dick aufträgt, droht den Pflanzen Fäulnis. Außerdem muss man ihn teuer kaufen. Holzhäcksel und Stroh können dem Boden Stickstoff entziehen. Da sollte man also vorher düngen.

Tja, und dann kam mein Mann mit Säcken voll Mulch-Steinen an, aber wer will schon überall Steine in seinem Garten?

Nach diversen Debatten und ein paar Jahren mit Mulchversuchen wissen wir nur eins ganz genau: Egal, welches Mulchmaterial – man hat immer zu wenig.

Blumenbeete mulchen wir nun meist mit Rindenmulch. Tomaten und Erdbeeren mit Stroh, das den großen Vorteil hat, dass Erdbeeren sauber bleiben und die empfindlichen Tomaten vor Spritzwasser geschützt sind. Große Pflanzen wie Kohl, Kürbis oder Zucchini mit selbst gemachten Holzhäckseln. Weil es davon nie genug gibt, kommt dann manchmal doch Rasenschnitt aufs Beet.

Und leider muss ich all dies nach einem Gespräch mit Werner Ollig von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz nochmals überdenken. Von Rindenmulch hält er nämlich gar nichts, genauso wenig wie von allen anderen Materialien, die man in großen Plastiksäcken kaufen muss. Stattdessen solle man doch lieber Rasenschnitt oder auch Gemüseabfälle, die man sonst auf den Kompost geben würde, als Mulch nutzen.

Egal, was man nimmt: Das Ausbringen ist simpel. Aufpassen muss man nur, dass man Jungpflanzen nicht begräbt, was mein Mann mit seiner effektiven Arbeitsweise ganz gerne mal macht und dann schimpfe ich, weil doch die grünen Dinger an den Pflanzen Fotosynthese betreiben, was unter Mulch schwierig wird. „Papperlapapp“, sagt er dann und grinst, ehe er eine ordentliche Ladung Steinchen rund um unsere mediterranen Kräuter verteilt.

In der Kolumne „Ach du meine Gurke!“ berichtet unsere Autorin Katharina de Mos wöchentlich über ihre Erfahrungen mit Krumpern, Kompost oder Kürbissen. Anmerkungen, Tipps oder Themen einfach mailen an k.demos@volksfreund.de