Gebäude werden umgebaut: Flüchtlinge in Trier sollen nicht mehr in Zelten schlafen müssen

Gebäude werden umgebaut: Flüchtlinge in Trier sollen nicht mehr in Zelten schlafen müssen

1500 Asylbegehrende sind derzeit in der ehemaligen General-von-Seidel-Kaserne untergebracht. Bald könnten es deutlich mehr sein. Das Land will so die große Raumnot in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) Trier beseitigen. Mehr Flüchtlinge soll Trier dadurch nicht aufnehmen müssen.

Schlafplätze in Zelten und Unterbringungen in Garagen und Hallen sollen an den beiden Standorten der Afa Trier bald Geschichte sein. Integrationsministerin Irene Alt kündigte per Pressemitteilung am späten Mittwochnachmittag an, dass die Afa-Außenstelle in der Luxemburger Straße erweitert wird, um die große Raumnot zu beseitigen. Auf dem zehn Hektar großen Gelände der ehemaligen Luftwaffenkaserne, das sich unmittelbar neben der Justizvollzugsanstalt Trier befindet, sollen bislang ungenutzte Gebäude hergerichtet werden und rund 1500 Plätze für die Unterbringung von Flüchtlingen bieten.

Alt: "Die zusätzlichen Gebäude werden die Afa in der Dasbachstraße sowie die Außenstelle Luxemburger Straße deutlich entlasten, wobei die Zahl der in Trier untergebrachten Flüchtlinge konstant bleiben soll."
So sollen die beiden Großraumzelte auf dem Kasernengelände künftig nicht mehr als Unterkunft, sondern als Funktionszelte dienen. Derzeit sind dort 300 Menschen untergebracht. Die Ministerin kündigte an, die ersten rund 90 Flüchtlinge würden noch in dieser Woche in die zusätzlich genutzten Gebäude einziehen. Besonders die Afa-Hauptstelle in Trier-Nord, wo im August Flüchtlinge unter freiem Himmel schlafen mussten, wird von der erweiterten Außenstelle profitieren.

Derzeit sind in der Dasbachstraße mehr als 1700 Menschen in zum Teil extrem beengten Verhältnissen untergebracht. Die Atmosphäre dort ist zunehmend angespannt.
In der großen Liegenschaft bei Euren organisiert der Caritasverband Trier den Betrieb der Einrichtung. Das soll sich nach derzeitigem Stand der Kenntnisse auch nicht ändern.

Caritas-Direktor Bernd Kettern bestätigte auf TV-Anfrage gestern Abend die Planungen für eine deutliche Erweiterung der Einrichtung. "Wir setzen alles daran, so schnell wie möglich die Gebäude herzurichten und die Zelte zu räumen." Auch die Unterbringung von mehr als 100 Menschen in der ehemaligen Turnhalle der Kaserne könnte bald ein Ende finden. Allerdings seien die Häuser in dem bislang ungenutzten Teil des Areals in sehr unterschiedlichem Zustand und nicht immer sofort zu nutzen. Zu der von Ministerin Alt genannten Zahl der Plätze wollte Kettern gestern nicht Stellung nehmen. "Wir müssen jetzt schnell klären, was für uns und den Betrieb der Einrichtung wichtig ist."

Für Oberbürgermeister Wolfram Leibe ist die Erweiterung der Unterkünfte in der General-von-Seidel-Kaserne eine gute Sache. "Die Kaserne bietet uns als Stadt für eine Übergangszeit die Möglichkeit, den Menschen zu helfen. Es ist einfach gut und wichtig, die Leute aus den Zelten zu bekommen und die große Enge in der Dasbachstraße zu beseitigen." Der Ortsbeirat Euren sei vorab informiert worden. Leibe: "Natürlich kann die Stadt nicht unendlich helfen. Aber ich bin froh über das, was wir in Trier für Flüchtlinge leisten."

In jedem Fall wird die Afa-Außenstelle an der Luxemburger Straße bald deutlich größer sein als die Zentrale in Trier-Nord.