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Gebürtiger Prümer Manfred Hell kein Leitwolf mehr

Gebürtiger Prümer Manfred Hell kein Leitwolf mehr

Der deutsche Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin hat einen neuen Eigentümer: Und mit dem Besitzerwechsel verlässt auch der langjährige Leitwolf Manfred Hell (54), ein gebürtiger Prümer, das hessische Unternehmen.

Trier. Als Jugendlicher bastelte Manfred Hell gerne an Mopeds herum und hörte Rockmusik; später wollte der Enkel eines Eifeler Bauern dann Literaturprofessor werden. Hell hatte mit der Promotion schon angefangen, als er über einen Nebenjob in einem Bergsportladen beim damals kleinen, aber feinen hessischen Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin landete. Der Beginn einer Karriere - für Manfred Hell und den inzwischen weltweit bekannten Allwetter-Bekleidungsspezialisten mit der gelben Tatze.
Das Unternehmen mit dem an die Abenteuergeschichten Jack Londons angelehnten Namen mauserte sich unter der Führung Hells zu Europas führendem Anbieter von Outdoor-Ausrüstung. Den Machern gelang dabei das Kunststück, dass längst nicht mehr nur Wanderer oder Bergsteiger die komplett im Ausland gefertigten Wolfskin-Produkte tragen, sondern auch "normale" Stadtmenschen. 300 Millionen Euro Umsatz machte das Unternehmen im vergangenen Jahr allein in Europa. Mehr als das Doppelte, 700 Millionen Euro, soll die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone für die Übernahme auf den Tisch gelegt haben. Das Gros der Summe fließt an die Alteigner Quadriga Capital und Barclays Private Equity. Manfred Hell, der angeblich mit zehn Prozent an Jack Wolfskin beteiligt ist und seine Anteile ebenfalls verkauft, muss sich somit über seine finanzielle Zukunft keine Gedanken machen. Der 54-Jährige verlasse Jack Wolfskin "aus persönlichen Gründen", teilte das Unternehmen mit. Wer Hell folgt, steht noch nicht fest. sey