Gedränge in den Hörsälen

Gedränge in den Hörsälen

MAINZ. (win) Ansturm an den Hochschulen, heftiges Gedränge in den Hörsälen: Die Studentenzahlen steuern auf neue Höchstmarken zu. Während die Opposition unhaltbare Zustände anprangert, sind laut Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner die Hochschulen leistungsfähig.

Nicht nur die Universitäten und Fachhochschulen in Trier und Mainz melden einen großen Andrang von Studienanfängern und Steigerungsraten im zweistelligen Bereich. Noch bevor dem Wissenschaftsministerium in der kommenden Woche die aktuellen Studierendenzahlen vorliegen, ist ein neuer Höchststand sicher. Bisher waren über 90 000 Studenten landesweit eingeschrieben. Mit dem Ansturm der Erstsemester hat sich an den meisten Hochschulen auch die Zahl der zulassungsbeschränkten Fächer erhöht. Im Landtag warfen die Grünen Minister Jürgen Zöllner vor, nicht für eine ausreichende Ausstattung der Hochschulen zu sorgen. Gegenüber 2002 müssten sie 2004 mit 30 Millionen Euro weniger auskommen. So würden Hochschulen zu Abbruchunternehmen, sagte Fraktionsvorsitzende Ise Thomas. An der Uni Mainz sind nach ihren Angaben die Ausgaben pro Student von 347 auf 334 Euro gesunken. Thomas forderte, in Köpfe statt Beton zu investieren und den Haushalt zu korrigieren. Finanzen halten mit Studentenzahl nicht mit

Die Hochschulen als Abbruchunternehmen zu titulieren, bezeichnete Zöllner als skandalös. Er räumte ein, dass die Mittel der Hochschulen nicht in gleichem Maße mit der steigenden Zahl der Studenten mithielten. Rheinland-Pfalz will laut Zöllner unter schwierigen Bedingungen den Status quo halten. Andere Bundesländer hätten die Hochschulmittel massiv gekürzt, Angebote heruntergefahren oder Studiengebühren eingeführt. Nach Angaben des Mainzer Ministeriums hat sich die Zahl der Studenten in den letzten zehn Jahren in Rheinland-Pfalz um acht Prozent erhöht, während sie in den alten Bundesländern um fünf Prozent zurück ging. Dabei schlägt sich vor allem ein überdurchschnittlicher Zuzug von Studienanfängern nieder. Die FDP wertet diesen Zuspruch als Zeichen für die Attraktivität eines Studiums im Land. Die Einsparungen im Hochschulbereich seien unterdurchschnittlich. Die CDU kritisierte wiederholt, dass bei den Pro-Kopf-Ausgaben für die Hochschulen Rheinland-Pfalz zusammen mit Brandenburg Schlusslicht sei. Zöllner habe kein Konzept, in dieser Situation zukunftsfähige Ausbildung zu gewährleisten, hielt die Abgeordnete Marlies Kohnle-Gros dem Wissenschaftsminister vor.